Starke Letten begeistern Gefährten und Fans

Der Chemnitzer AC gewann in der Gewichtheber-Bundesliga gegen Durlach mit Saisonrekord. Zwei Gäste ragten heraus.

Chemnitz.

Als er die Bühne betrat, ging stets ein Raunen durch den Saal. Dann wurde es während seiner Auftritte mucksmäuschenstill, ehe lautstarker Jubel ausbrach: Ritvars Suharevs war der überragende Akteur in den Reihen des Chemnitzer AC (CAC) beim Bundesligavergleich gegen den KSV Durlach. Der Gaststarter aus Lettland erreichte hochkarätige 188 Relativzähler und hatte damit maßgeblichen Anteil am letztlich klaren Erfolg der Sachsen. Erstmals in dieser Saison erreichten sie über 800 Punkte (825,1:633,9), feierten damit ihren dritten Sieg. Bei den Gästen brachte zwar der Bulgare Yordanov Todor keinen gültigen Reißversuch in die Wertung, doch auch ohne dieses "Loch" hätten sie nicht Paroli bieten können.

"Die Letten heben zuverlässig und wie ein Uhrwerk. Da stimmt die Technik, das ist immer wieder beeindruckend", geriet auch CAC-Trainer Andreas Rehwagen aufs Neue ins Schwärmen. Die bereits vierte Saison verstärken sie bei entscheidenden Duellen das Team. Und Ritvars Suharevs, schon Juniorenweltmeiste und U-20-Europameister, begeistert jedes Mal. Aktuell bereitet sich der 21-Jährige auf Olympia vor, die letzten entscheidenden Punkte für die Qualifikation will er sich bei der EM im April holen. Und obwohl er am Vortag ein paar gesundheitliche Probleme hatte, zeigte er sich auf der Bühne bärenstark. Zum Vergleich: Mit seinen 188 Punkten steht er in dieser Saison an der Spitze aller Heber, auch international renommierter, die in den neun Bundesligateams aktiv sind. Während Ritvars Suharevs seit Beginn der Zusammenarbeit 2016 regelmäßig für den CAC aktiv ist, bringt Nationaltrainer Eduard Andrusievics neben ihm auch stetig andere Asse mit. In dieser Serie ist es Armands Mezinskis. Der 19-Jährige glänzte mit sechs gültigen Auftritten und als zweitbester Akteur mit 157,2 Zählern. Er bereitet sich auf die Junioren-WM vor.

Auch die CAC-Gefährten kommen stets aus dem Staunen nicht heraus. "Es ist echt krass, was sie für Leistungen bringen. Da kann man definitiv nur den Hut ziehen", meinte Kapitän Kurt Perthel. Wie die anderen auch schaut er genau hin, wie sie ihr Aufwärmprogramm oder auch die unmittelbare Nachbereitung gestalten. "Der Trainer hat mir auch schon mal angeboten, eine Woche mit ihnen zu trainieren. Das wäre echt reizvoll", fügte der 23-Jährige hinzu. Er selbst war froh, dass er endlich wieder einmal einen schmerzfreien Wettkampf bestreiten und sich steigern konnte. Seit längerer Zeit behindern ihn Rückenprobleme. Eine Spezialbehandlung zu Wochenbeginn brachte Linderung und wieder die Möglichkeit, das volle Pensum zu bewältigen. Der Sportsoldat visiert in diesem Jahr erneut die U-23-EM, bei der er 2019 mit zweimal Bronze seine ersten internationalen Medaillen gewann, an. Raphael Friedrich zeigte sechs gültige Versuche und bewies seinen geplanten Formanstieg mit Blick auf die Junioren-WM im März, bei der als einziger Deutscher startet.

Chemnitzer AC: Suharevs 188 Relativpunkte (Reißen: 155 kg; Stoßen: 197); Mezinskis 157,2 (148; 185); Perthel 126 (145; 175); Friedrich 125,2 (132; 164); Janta 113 (112; 140); Pianski 73,1 (-, 165); Wetzel 42,6 (127; -).


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