Stefan Bötticher kehrt ins Geschehen zurück

Der Bahnsprinter vom Chemnitzer PSV gehört wie sein Gefährte Joachim Eilers zum Aufgebot für den Weltcup in Berlin. Prognosen sind schwer.

Berlin.

Die Vorfreude spürt man sofort. "Einen Heimweltcup empfinde ich schon als etwas Besonderes, zumal es ja selten vorkommt. Und es ist schön, wenn Bekannte sowie Freunde vor Ort sind und uns live erleben", meinte Stefan Bötticher am Dienstag nach einer weiteren Übungseinheit im Berliner Velodrom. Dabei hatte es den Chemnitzer schon gewurmt, als er vor rund einem Jahr die Heim-EM an gleicher Stelle nur als Zuschauer verfolgen durfte. Damals war er nach über zwei Jahren Zwangspause wegen verschiedener gesundheitlicher Probleme gerade erst wenige Wochen wieder im Aufbautraining.

Danach entwickelte er sich stetig weiter - bis er im Sommer bei der EM mit einem kompletten Medaillensatz (Gold: Keirin, Silber: Sprint, Bronze: Teamsprint) ein sensationelles internationales Comeback feierte. Es folgte leider später nochmals eine dreiwöchige Auszeit wegen der Behandlung einer Pilzinfektion im Darm. Diese Zeit fehlt ihm jetzt, um schon wieder auf höchstem Level zu sprinten. "Seitdem gab es aber keine Probleme mehr. Doch man darf keine Wunderdinge erwarten. Wir haben nicht die Brechstange herausgeholt, sondern arbeiten langfristig auf das nächste große Ziel, die WM Ende Februar, hin", berichtete der 26-Jährige. So klingen seine Ziele für den Weltcup in den Einzeldisziplinen, in denen er auf die absolute Weltelite trifft, eher verhalten. "Im Keirin möchte ich gern ins Finale kommen, im Sprint unter die besten acht", sagt Stefan Bötticher, der bislang oft bewies, dass er bei Top-Ereignissen über sich hinauswachsen kann. Den Teamsprint bestreitet er zudem mit Timo Bichler (Dudenhofen) und Routinier Maximilian Levy vom Chemnitzer Erdgasteam.

Vereinsgefährte Joachim Eilers absolvierte indes bereits Ende Oktober im kanadischen Milton seinen ersten Weltcup. Nach einer etwas schwierigen Vorbereitung wegen eines Infektes lief es keineswegs nach seinen Vorstellungen. Im Teamsprint landete er gemeinsam mit Nik Schröter und Eric Engler nur auf Rang neun. "Da passte es einfach nicht. Doch das habe ich abgehakt", meinte der 28-Jährige, der sich inzwischen weitaus besser fühlt. "Drei Wochen habe ich intensiv auf der Bahn in Frankfurt trainiert, es geht aufwärts. Aber bei den Zeiten bin ich noch nicht wieder der alte Joe", fügte er hinzu. Er wird deshalb nur im 1000-m-Zeitfahren starten, für das sich der zweifache Weltmeister von 2016 jedoch hochmotiviert zeigt: "Ein Podestplatz ist das Ziel."

Insgesamt nehmen in Berlin Athleten aus 40 Nationen sowie aus elf Truckteams teil. Karten sind noch für alle Veranstaltungen erhältlich.

Zeitplan: Freitag, 18.30 Uhr: Teamsprint (M, F); Mannschaftsverfolgung (M, F); Sonnabend, 18 Uhr: Sprint (F), Omnium (F), Keirin (M), 1000-m-Zeitfahren (M), Madison (M); Sonntag, 15.30 Uhr: Omnium (M), Sprint (M), Keirin (F), 500-m-Zeitfahren (F), Madison (F).

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