Titelverteidiger Max Heß aus Chemnitz scheitert in Dreisprung-Qualifikation

Die dritte bittere Pille

Berlin.

Max Heß hatte Mühe, die Fassung zu wahren, doch nach dem Aus in der Qualifikation stellte er sich den Fragen. Thomas Treptow sprach mit dem 22-Jährigen vom LAC Erdgas Chemnitz über den Wettkampf, in dem er nach 16,32 Metern und zwei ungültigen Versuchen ausschied. 16,41 Meter hätten für das Dreisprungfinale morgen gereicht.

Freie Presse: Auch wenn eine erste Analyse sicher schwerfällt, was ist schiefgelaufen?

Max Hess: Das fragt man sich dann immer. Ich glaube, heute war es der Anlauf, der mich aus dem Konzept gebracht hat. Ohne einen guten Anlauf, einen, der auf das Brett passt beziehungsweise halbwegs vernünftig in die Richtung Brett geht, wird auch der Sprung nicht optimal. Und das ist mir heute leider dreimal passiert.

So schlecht hat es mit halbwegs soliden 16,32 Metern gar nicht angefangen ...

Naja, eigentlich ist es nicht das, was ich kann. Erst vor drei Tagen bin ich im Training aus dem kurzen Anlauf heraus 16,50 Meter gesprungen. Das hätte heute gereicht, und deshalb ärgert es mich umso mehr. Ich konnte nicht zeigen, was trotz der nicht optimalen Saison eigentlich vorhanden ist. Denn es hätte durchaus weiter gehen können.

Hat Sie die Verletzung im Beuger, deretwegen Sie bei den Deutschen Meisterschaften den Wettkampf aus Vorsicht vorzeitig beendet haben, noch behindert?

Das hatten wir hinter uns gelassen. Das war komplett weg und hat mich nicht behindert. Ich konnte zuletzt auch wieder voll trainieren, weit springen und schnell rennen. Das hat alles gepasst.

Das ist jetzt die dritte bittere Pille nach dem Qualifikations-Aus 2016 von Rio und der Verletzung bei der WM 2017 in London. War das irgendwie im Kopf?

Vor so einem Wettkampf denke ich nicht an die Vergangenheit. Aber vielleicht muss man dreimal durch so ein Tal gehen, um dann wieder oben zu stehen. Ich würde es mir wünschen und hoffe, dass die nächsten internationalen Meisterschaften wieder besser laufen. Dafür müssen wir vielleicht mehr in den Anlauf und die Anlaufgestaltung investieren. Wir haben erst Mitte der Saison das Sprungbein umgestellt. Ja, die Saison war ein bisschen chaotisch. Aber das ist nicht mehr zu ändern. Jetzt ist es zu spät.

Chaotisch ist das Stichwort, fehlte deswegen eventuell die Stabilität beim Springen?

Möglich, ich hätte auch gern ein, zwei Wettkämpfe mehr gemacht. Aber da spielt der Körper nicht immer mit und dann ist es besser, auf ihn zu hören, ehe er sich komplett zerschießt. So mussten wir in dieser Saison oft agieren.

Was waren Ihre ersten Gedanken in den Minuten nach dem Aus - oder ist der Kopf in so einem Moment einfach nur leer?

Das Zweite ist der Fall, viel ist mir nicht durch den Kopf gegangen. Ich war nur traurig, dass ich am Sonntag nicht noch einmal hier springen kann.

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