Trainerwechsel sorgt für die Kehrtwende

Der Eishockey-Zweitligist aus Crimmitschau hat in der Saison 2018/19 ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Nach dem Klassenerhalt ist der Blick nach vorn gerichtet.

Crimmitschau.

Die Eispiraten Crimmitschau haben sich im Mittelfeld der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) etabliert. Nachdem die Puckjäger aus der Stadt an der Pleiße in der Vergangenheit regelmäßig in den Playdowns um den Klassenerhalt zittern mussten, schafften sie nun zum zweiten Mal in Folge den Einzug in das Playoff-Viertelfinale. Dort mussten sie sich nach fünf Spielen gegen die Löwen Frankfurt, die als Favorit auf den Meistertitel gelten, geschlagen geben. Die Enttäuschung über das Aus ist längst gewichen, die Verantwortlichen ziehen ein positives Saisonfazit.

Kapitän spricht über Berg- und-Tal-Fahrt: André Schietzold und seine Kollegen haben in den letzten Monaten ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Nach einem 11:4-Kantersieg im Derby gegen die Eislöwen Dresden gab es eine Serie mit fünf Niederlagen in Folge. "Wir haben durch einen guten Start selbst für hohe Erwartungen gesorgt, waren später aber in der Defensive zu anfällig", resümiert der 32-jährige Routinier. Von der Verunsicherung ließen sich auch die Torhüter Brett Kilar und Sebastian Albrecht anstecken. Nach der Trennung von Trainer Kim Collins und der Verpflichtung von Coach Daniel Naud fanden die Westsachsen den Weg zurück in die Erfolgsspur. Sie beendeten die Hauptrunde auf dem zehnten Platz, setzten sich in den Pre-Playoffs gegen die Kassel Huskies durch. "Obwohl uns manche zwischendurch schon abgeschrieben hatten", meint André Schietzold, der seit Januar 2010 für seinen Heimatclub auf dem Eis steht und bisher 483 Pflichtspiele für Crimmitschau absolviert hat. Damit kann er in der neuen Saison die 500-Spiele-Marke knacken.

Neuer Trainer schafft Wende: Daniel Naud hat Anfang Februar die Verantwortung als Trainer übernommen. Der 57-jährige Kanadier brachte die zu diesem Zeitpunkt verunsicherte Mannschaft - gemeinsam mit Co-Trainer Boris Rousson - wieder auf Kurs. "Die Saison stand auf der Kippe. Das war eine schwierige Phase. Wir mussten alle hart arbeiten", berichtet Daniel Naud. Er legt - im Gegensatz zu Vorgänger Kim Collins - viel mehr Wert auf die Videoanalyse. Das führte im Viertelfinale gegen die Löwen Frankfurt allerdings nicht zur erhofften Überraschung. Der Gegner aus Hessen, der als einziger Zweitligist eine Bewerbung für die DEL eingereicht hat, zeigte sich individuell einfach besser besetzt. "Wir wären nur weitergekommen, wenn alles gepasst hätte. Egal ob Torhüterleistungen, Schiedsrichterentscheidungen oder das Quäntchen Glück - da haben überall ein paar Prozent für ein erfolgreiches Gesamtpaket gefehlt", sagt Naud, der auch in der neuen Saison bei den Eispiraten wieder hinter der Bande stehenwird.

Geschäftsführer wirft Blick nach vorn: Jörg Buschmann wirkt entspannt. "Die Saison ist für uns ein kleiner Erfolg. Die Mannschaft hat in schwierigen Phasen ihr Potenzial gezeigt", sagt der 35-Jährige. Warum konnte Kim Collins das Ruder nicht herumreißen und kam erst mit Daniel Naud der Erfolg zurück? Die Frage wurde Jörg Buschmann von Sponsoren und Fans immer wieder gestellt. "Im Sport gibt es immer wieder Zyklen, in denen es nicht läuft. Dann kann ein Trainer auch mal den Draht zu einer Mannschaft verlieren", meint Buschmann, der - gemeinsam mit Gesellschafter Ronny Bauer und Naud - die Personalplanungen für die nächste Saison vorantreibt. 14 Akteure bleiben in Crimmitschau. Vor allem die Vertragsverlängerungen von deutschen Leistungsträgern (Thomas, Pohl, Schlenker, Klöpper, Grygiel) gelten als wichtig. Die Zukunft von zwei Offensiv-Legionären (Talbot, Flick) ist offen. Sieben Abgänge stehen fest, wovon zwei Stürmer (Hilbrich, Körner) große Lücken hinterlassen.


Rob Flick führt zwei Statistiken an - 62.953 Zuschauer waren zu den Heimspielen im Sahnpark 

Bester Scorer bei den Eispiraten war Rob Flick. Der Kanadier kam auf 64 Scorerpunkte (36 Tore, 28 Vorlagen). In der internen Scorerliste folgen Patrick Pohl mit 62 Punkten (16 Tore, 49 Vorlagen) und Julian Talbot mit 54 Zählern (19 Tore, 35 Vorlagen). Punktbester Verteidiger ist Patrick McNally mit 52 Punkten (12 Tore, 40 Vorlagen). Rob Flick führt die Sünderstatistik bei den Westsachsen an, der Angreifer kassierte 118 Strafminuten.

Neun Profis standen in allen 60 Pflichtspielen (52 Partien in der Hauptrunde und acht Partien in der Endrunde) auf dem Eis. Dauerbrenner waren Rob Flick, Patrick Pohl, Julian Talbot, Patrick McNally, Christian Hilbrich und Ole Olleff. Auch die Torhüter Sebastian Albrecht und Brett Kilar verpassten keine Partie.

62.953 Zuschauer waren in der Saison 2018/19 zu den Heimspielen im Kunsteisstadion. Das entspricht einem Schnitt von 2170 Zuschauern pro Heimspiel. Damit wurde der im Etat kalkulierte Schnitt erreicht.

Fünf Teams aus der DEL 2 stehen noch auf dem Eis. Die Löwen Frankfurt haben das Finale erreicht. Sie setzten sich gegen Dresden durch. Im zweiten Halbfinale führt Ravensburg mit 3:1 gegen Kaufbeuren. In den Play-downs ermitteln Freiburg und Deggendorf einen Absteiger, da steht es nach vier Duellen 2:2. (hof)

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