Traumtor krönt den Traumstart

RB Leipzig bleibt nach einem souveränen Sieg in Augsburg Tabellenführer. Die "Roten Bullen" freuen sich über ein traumhaften Treffer und ein Startelfdebüt. Ärger gibt es dagegen um einen Coronafall.

Leipzig.

Yussuf Poulsen war nach seiner Einwechslung nur wenige Sekunden auf dem Platz, da setzte er schon zu einem Kunststück an. Sein Mitspieler Dani Olmo spielte den Ball per Bogenlampe auf die linke Seite des Augsburger Strafraums, wo Poulsen etwas Raum hatte. Der Däne fackelte nicht lange und donnerte den Ball sehenswert ins Tor - mit seinem eigentlich schwächeren linken Fuß. "Ich weiß nicht, ob er das so wollte, aber der Ball kam gut, perfekt für einen Volley", sagte Poulsen über das Zuspiel. "Ich dachte einfach, ich probier' mal abzuschließen - und habe getroffen."

Nach 27 Sekunden auf dem Platz war es der erste Ballkontakt von Poulsen, der direkt zum Traumtor führte. "Yussis Tor war schon ein außergewöhnlich schönes", lobte Trainer Julian Nagelsmann. "Technisch nicht ganz so einfach mit dem schwächeren Fuß. Und der Treffer war sehr wertvoll heute!" Denn er markierte den 2:0 (1:0)-Endstand.

RB Leipzig verteidigte mit diesem Sieg beim FC Augsburg die Tabellenführung. Dabei waren die Leipziger über weite Strecken des Spiels die klar tonangebende Mannschaft, hatten es aber verpasst, früh für klare Verhältnisse zu sorgen. Die Chancenverwertung bleibt weiter ein Thema. Angelino (45.), der kleinste Spieler von RB, hatte seine Mannschaft vor der Pause per Kopf in Führung gebracht.

Erneut hatte Trainer Nagelsmann keinen echten Stürmer aufgeboten, und dagegen auf fünf gelernte Mittelfeldspieler, sowie zwei sehr offensive Außenverteidiger eingesetzt. Diese Taktik war auch schon beim Spiel gegen Schalke zum Einsatz gekommen. Mit viel Ballzirkulation und sicherem Passspiel knackte RB die starke Augsburger Verteidigung.

"Nach der Pause haben wir uns nach dem 2:0 ein paar Fehler geleistet", analysierte Nagelsmman. "Wir mussten Gas geben, um kein Gegentor zu bekommen, hätten aber mehr Kontrolle gebraucht." Letzten Endes zählt für den Trainer nur das nackte Ergebnis: "Mit Blick auf die bevorstehende Phase ist es stellenweise zweitrangig, immer besonders toll zu spielen, sondern vielmehr die Punkte einzufahren, um unsere Ziele zu erreichen."

Benjamin Henrichs gab gegen Augsburg sein Startelfdebüt, allerdings als defensiver Mittelfeldspieler. Eigentlich ist der Neuzugang vom AS Monaco Außenverteidiger. "Bei Benjamin Henrichs hat man heute schon gemerkt, dass er auf der Position lange nicht gespielt hat und etwas Eingewöhnungszeit benötigt", bewertete Nagelsmann das Startelfdebüt. "Mir hat sein Engagement und seine Power in der Rückwärtsbewegung sehr gut gefallen. Er ist heute auch die unbequemen Wege gegangen, war unglaublich fleißig und im zweiten Durchgang auch in der Offensive deutlich sicherer."

Der Saisonstart von RB ist geglückt, doch ein anderes Thema sorgt für Ärger: Amadou Haidara ist mit einer Coronainfektion von seiner Reise mit der Nationalmannschaft von Mali zurückgekehrt. Laut Verein war die Viruslast beim PCR-Test aber so gering, dass Haidara laut Gesundheitsamt Leipzig nicht in Quarantäne muss. Dennoch nahm RB den Spieler aus dem Kader für die Partie in Augsburg. "Als Verein ist es schwer, diese Dinge zu kontrollieren", ärgerte sich Sportdirektor Markus Krösche. "Egal, wie sehr man die Maßnahmen einhält, aber wenn man international mit der Nationalmannschaft auftreten muss und dann auch noch in einem Risikogebiet, besteht auch das Risiko, dass sich jemand infiziert." Haidara war mit der Nationalmannschaft für eine Partie in die Türkei gereist. Laut Robert-Koch-Institut zählt das Land zu den Risikogebieten. Krösche fordert beim Thema Länderspiele eine "Grundsatzentscheidung". Er fügte hinzu: "Die Vereine brauchen aber auch Unterstützung von der Fifa, insbesondere in Bezug auf Abstellungen."

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