Ungewohnte Wettkampfform - reizvoll und tückisch zugleich

Bei der zweiten Station des Sommer-Grand-Prix der Nordisch Kombinierten in Klingenthal absolvierten die Herren erst den Lauf und dann das Springen. Die Ausnahmeathleten sehen die Serie als gute Standortbestimmung.

Klingenthal.

Als bester Deutscher landete Eric Frenzel (SSV Geyer) auf der zweiten Station des Sommer-Grand-Prix der Nordisch Kombinierten in Klingenthal am Mittwochabend auf Rang sechs. Es gewann Franz-Josef Rehrl aus Österreich vor dem Japaner Akito Watabe. Beide hatten schon beim Auftakt in Oberwiesenthal triumphiert, nur in umgekehrter Reihenfolge. Dritter wurde der Pole Szczepan Kupczak.

Eric Frenzel stand in seiner sächsischen Heimat natürlich wie immer besonders im Fokus, wurde von den Zuschauern frenetisch gefeiert. Der 30-Jährige, der nach dem Wettkampf gern Autogramm- und Selfiewünsche erfüllte, schätzte seine Leistung als solide ein: "Der Lauf war um einiges besser als in Oberwiesenthal. Mit Platz fünf hätte ich nicht gerechnet. Das hat mich schon positiv gestimmt." Den Sprung auf 130 Meter bezeichnete er als okay. "Es war aber sicherlich nicht die Topleistung, die ich gern gezeigt hätte. Es gibt noch Luft nach oben", fügte der dreifache Olympiasieger und siebenfache Weltmeister hinzu.

In Klingenthal feierte dabei eine neue Wettkampfform in der Nordischen Kombination ihre Sommerpremiere. Im vergangenen Winter wurde sie in Lillehammer bereits auf Schnee vollzogen. Dabei ging es an der Vogtlandarena zunächst auf Skirollern im Massenstart über die zehn Kilometer und anschließend zum Sprung auf die Schanze. Für den Lauf gab es Punkte, die mit dem Wettkampfsprung verrechnet wurden. Doch der Massenstart hat auch seine Tücken - gerade auf der Klingenthaler Runde: "Es war sehr eng, deshalb gab es so viele Stürze, so viele Stockbrüche", erklärte Terence Weber, der für den SSV Geyer startet und auf Platz 22 landete. Hinzu kam, dass die Strecke wenig anspruchsvolles Profil besaß, weshalb das Feld dicht beieinanderblieb.

"Diese Wettkampfform hat jedenfalls einen ganz besonderen Reiz", wertete beispielsweise Lokalmatador Martin Hahn (34.) vom VSC Klingenthal und fügte hinzu: "Auf der einen Seite ist es natürlich schwierig, erst zu laufen und danach noch die Schnelligkeit fürs Springen zu behalten." Zudem sind taktische Überlegungen nicht möglich. "Es ist halt auch ein spannender Kampf - Mann gegen Mann -, den man so im normalen Rennen nach der Gundersen-Methode nicht hat."

Fabian Rießle (Breitenau), Olympiasieger und unter anderem gemeinsam mit Eric Frenzel im vergangenen Winter Weltmeister im Teamsprint, sicherte sich im Lauf den Sieg. Nach dem Sprung fand er sich allerdings nur auf Platz 15 wieder: "Was heißt Enttäuschung? Man muss es immer von einer etwas anderen Seite sehen: Es ist Sommer - und es ist noch einige Zeit bis zum Winter", meinte der 28-Jährige und ergänzte: "Das Laufen funktioniert schon ganz gut, das Springen halt noch nicht."

Die Strecke in Klingenthal war vom Straßenbelag her wesentlich besser als jene in Oberwiesenthal, auf der die Athleten sogar über Kopfsteinpflaster rollern mussten. Die Herausforderung in Vogtland lag eher im flachen Profil. "Deshalb war es für die guten Läufer echt schwer, irgendwie wegzukommen. Das hat man auch an den Rückständen gesehen. Jeder, der ohne Sturz durchgekommen ist, kann zufrieden sein", resümierte Rießle.

Bei den Frauen hatte zuvor Jenny Nowak vom SC Sohland, die am Stützpunkt in Klingenthal trainiert, wie zum Auftakt in Oberwiesenthal einen starken dritten Rang belegt. "Ich wollte vor heimischem Publikum einen Podestplatz schaffen. Dass es dann geklappt hat, freut mich riesig", meinte die 17-Jährige. Sie lobte die Laufstrecke für ihren Straßenbelag. Allerdings gefällt auch ihr ein stärkeres Profil mit zahlreichen Anstiegen und Abfahrten besser. Für den Sommer-Grand-Prix hat sich Jenny Nowak dabei ein klares Ziel gestellt: "Ich möchte meinen dritten Platz in der Gesamtwertung bis zum Schluss verteidigen." Die nächste Station ist am kommenden Wochenende Oberhof.

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