Unruhige Zeiten in Zwickau

Fußball-Drittligist FSV überwintert nach der 0:2-Niederlage gegen Rostock auf einem Abstiegsplatz. Wiederholt entpuppte sich das Team zu Hause als Aufbauhelfer.

Zwickau.

Unruhige Zeiten statt besinnlichen Tagen unterm Tannenbaum: Der FSV Zwickau hat am Sonntag die Chance verpasst, mit einem Sieg gegen Hansa Rostock auf einem Nichtabstiegsplatz zu überwintern. Die Saison wird allerdings bereits am 10. Januar mit dem Heimspiel gegen den VfB Lübeck fortgesetzt. FSV-Trainer Joe Enochs und seinen Spielern stand nach Abpfiff die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Sechs von acht Partien in der GGZ-Arena gingen in dieser Hinrunde verloren, womit die Schwäne den letzten Platz in der Heimtabelle einnehmen. Kein Wunder, dass Enochs forderte: "Wenn wir die Klasse halten wollen, müssen wir über unsere Heimstärke kommen."

Von Heimstärke konnte bei den sechs Geisterspielen in dieser Coronasaison nicht mehr die Rede sein. Im Gegenteil. Angeschlagene Gegner reisten zuhauf in Zwickau an, um sich mit einem Sieg wieder in die Spur zu bringen. Ob Uerdingen, Kaiserslautern, Magdeburg oder eben gestern Hansa - die Teams beendeten an der Mulde ihre negativen Serien. Dass dies nur der mangelnden Unterstützung von den Rängen geschuldet war, wollte Enochs nicht als Ausrede gelten lassen. "Hansa war in der ersten Halbzeit einen Tick aggressiver. Deshalb sind wir vor dem 0:1 im Mittelfeld nicht in die Zweikämpfe gekommen", schätze er ein. Aus dem Grund konnte sich Rostocks rechter Außenstürmer Nik Omladic den Ball auf seinen starken linken Fuß legen, Marco Schikora austanzen und das Leder ins linke obere Eck zimmern. "Dass wir in Führung gegangen sind, hat uns in die Karten gespielt. Dadurch konnten wir dann so spielen, wie es Zwickau zuletzt in Meppen gemacht hat", meinte Hansa-Trainer Jens Härtel.

Der ehemalige Zwickauer Profi verfolgte danach ganz cool das Geschehen an der Seite, meistens mit verschränkten Armen, während sein Kollege in Halbzeit eins immer wieder mit den Entscheidungen von Schiedsrichter Max Burda haderte. Der Berliner entschied zweimal in strittigen Situationen (Handspiel Jan Löhmannsröben, Foul an Steffen Nkansah) im Strafraum zuungunsten der Zwickauer. Beim Gang in die Kabine suchte der mit Gelb verwarnte Enochs dann auch die Unterhaltung mit dem Schiri. An Burda lag es im zweiten Abschnitt nicht. Letztlich blieben zu viele FSV-Profis trotz kämpferischen Bemühens unter Normalform. Marco Schikora, der kurz nach Wiederanpfiff ohne Bedrängnis ein Eigentor produzierte, erwischte sogar einen rabenschwarzen Tag. Zuvor allerdings hatte Leon Jensen den eingewechselten Manuel Farrona Pulido ungehindert in den Strafraum laufen und flanken lassen. Eine entscheidende Szene, die Enochs mächtig ärgerte. Da nützte es auch nichts, dass der FSV-Mittelfeldspieler in der Offensive ein paar Mal mit genialen Pässen aufwartete. Seine Vorlagen konnten jedoch nicht resolut genutzt werden. Vor allem Maximilian Wolfram und Manni Starke blieben offensiv und auch bei den Standards einiges schuldig, wobei sich Hansa-Keeper Markus Kolke gewohnt als starker Vertreter seiner Zunft präsentierte.

Die FSV-Spieler dürfen jetzt kurz durchatmen, frische Kräfte tanken und bei ihren engsten Vertrauten zu Weihnachten vom Fußball abschalten. Aktive Erholung nennt sich das im Trainerjargon. Und einen klaren Kopf wird die Mannschaft am 10. Januar gegen Lübeck und danach in vielen englischen Wochen benötigen. Dann vielleicht sogar mit einer Verstärkung in der Offensive. Dem Vernehmen nach befindet sich Gerrit Wegkamp auf dem Absprung zu Preußen Münster. Ein neuer Stürmer soll, wenn es mit den Finanzen passt, kommen. In der Vorsaison lag der FSV im ersten Spiel nach dem Re-Start daheim gegen Rostock 0:2 zurück, ehe Nils Miatke und Elias Huth noch für den Ausgleich sorgten. Huth, der beste Torjäger des FSV der letzten Spielzeit, sitzt übrigens in Kaiserslautern seit dem 5. Spieltag fast nur auf der Bank und wartet noch auf seinen ersten Saisontreffer.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.