Verfahrensfehler bei Dopingprobe: Charr bleibt möglicherweise Box-Weltmeister

Profiboxer Manuel Charr bleibt wegen eines Verfahrensfehlers bei seiner positiv ausgefallenen Dopingprobe möglicherweise Weltmeister im Schwergewicht nach Version der World Boxing Association (WBA). Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel hat die Voluntary Anti-Doping Association (Vada), die im Rahmen des letztlich abgesagten WM-Kampfes Charrs gegen Fres Oquendo (Puerto Rico) zuständig war, dem Team Charr keine Gelegenheit gegeben, beim Öffnen der B-Probe anwesend zu sein.

Damit könnte die positive Probe Charrs, dem Steroidmissbrauch nachgewiesen worden war, hinfällig sein. Charr äußerte sich bei Sky Sport News HD erleichtert. Er sei "mehr als je zuvor davon überzeugt, dass ich meinen Weltmeistertitel bald verteidigen werde", sagte der Boxer.

Charr schilderte weiter, dass sein Team und er mehrfach bei der Vada beantragt hätten, über den Zeitpunkt der Öffnung der B-Probe informiert zu werden. "Unser Ersuch wurde ignoriert. Das ist ein absolutes No-Go. Es geht um Vorschriften und Vertrauen", sagte Charr weiter. Die WBA und die Vada äußerten sich laut Spiegel nicht zu dem Fall.

Identisch hatte der Spiegel das Geschehen beschrieben. "Wir haben erfahren, dass die B-Probe geöffnet wurde, ohne das Charr-Lager darüber zu informieren", zitierte das Magazin aus einem Schreiben von Charrs US-Anwalt Patrick English an die WBA: "Herrn Charr wurde eindeutig jede Gelegenheit genommen, bei der Öffnung der B-Probe anwesend zu sein oder einen Vertreter zu entsenden. Trotz dreier schriftlicher Anfragen wurde er nicht informiert, obwohl das sein absolutes Recht gewesen wäre." Es gebe eine Reihe von Präzedenzfällen, so English, in denen Dopingvergehen in Folge ähnlicher Verstöße annulliert worden seien.

Der in Köln wohnhafte Libanese Charr hatte nach dem positiven Test, der die kurzfristige Absage des für den 29. September in Köln geplanten Kampfes nach sich gezogen hatte, stets seine Unschuld beteuert.

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