Vor Abstimmung über Davis-Cup-Reform: ITF-Boss Haggerty lockt mit Geld

David Haggerty, Präsident des Tennis-Weltverbandes ITF, lockt vor der Abstimmung über die umstrittene Davis-Cup-Reform am Donnerstag in Orlando die Mitgliedsländer mit Geld. "Die ITF ist die einzige Organisation, die Geld in die Entwicklung des Spiels steckt. Und dieses Projekt versetzt uns dazu in die Lage", sagt der Funktionär aus den USA.

25 Millionen Dollar (gut 22 Millionen Euro) sollen laut Haggerty in die weltweite Tennisförderung investiert werden: "Das Geld wird zurückfließen an die Nationen, die es für ihre Entwicklungsprogramme und die Zukunft nutzen können."

Hinter der zuletzt kontrovers diskutierten Reform-Idee steckt das Konsortium Kosmos, zu dessen Gründern Spaniens Fußball-Weltmeister Gerard Pique gehört. Drei Milliarden Dollar soll Kosmos der ITF für die nächsten 25 Jahre Davis Cup geboten haben. Deutschland und die Mehrheit der europäischen Verbände sowie auch die einflussreichen Australier haben sich gegen die Reform ausgesprochen.

Ab 2019 soll der Davis Cup nach den Vorstellungen der ITF in einem einwöchigen Turnier mit 18 teilnehmenden Nationen in der zweiten November-Hälfte noch nach dem ATP-Finale in London ausgespielt werden. Nach einer Vorrunde folgt eine Finalrunde im Knock-out-Format mit jeweils zwei Einzeln und einem Doppel über zwei Gewinnsätze. In einem Quali-Turnier im Februar sollen 16 Teilnehmer ermittelt werden, zwei weitere erhalten eine Wildcard. Lille und Madrid haben bereits ihr Interesse als Gastgeber signalisiert.

Der britische Tennis-Dachverband Lawn Tennis Association (LTA) kündigte am Mittwoch an, gegen die Reform zu stimmen. Die LTA teilte in einem Statement mit, dass sie "bedauerlicherweise außerstande ist, die vorgeschlagene Davis-Cup-Reform zu diesem Zeitpunkt zu unterstützen". Der Verband habe Bedenken, dass das geplante Format viele Spieler aufgrund der Verlängerung der Saison abschreckt und deshalb auf wenig Fan-Interesse stößt.

Zu den Befürwortern der Idee gehören die Stars Novak Djokovic und Rafael Nadal, die auf die zu hohe Belastung der Spieler im alten Davis-Cup-Format verweisen.

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