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Was müssen Fans zum Public Viewing bei der XXL-WM wissen?

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WM-Nächte im Biergarten oder gar nicht? Wie Public Viewing bei diesem Turnier erlaubt ist, warum viele große Events ausfallen und was im eigenen Garten gilt – die wichtigsten Tipps im Überblick.

Berlin.

Florian Wirtz schießt das DFB-Team in den USA zum WM-Titel und in den deutschen Biergärten liegen sich die Menschen in den Armen. Auf ein Szenario dieser Art hoffen vor der Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko ab dem 11. Juni die Fußball-Fans in Deutschland. Doch wie läuft es dieses Mal mit Public Viewing unter freiem Himmel, wenn die Spiele auf der anderen Seite des Atlantiks in der deutschen Nacht angepfiffen werden? Die wichtigsten Fragen:

Ist Public Viewing bei den späten Spielen überhaupt erlaubt?

Eigentlich gilt in der Nachtzeit zwischen 22 und 6 Uhr der Lärmschutz. Die Bundesregierung und der Bundesrat haben für die WM aber eine Lockerung dieser Regeln möglich gemacht. Städte und Gemeinden können so Public-Viewing-Veranstaltungen auch in dieser Zeit erlauben. "Unser Ziel ist ein fairer Ausgleich zwischen Fußballfest und Lärmschutz", sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD).

Und welche Regel gilt bei mir? 

Das kann von Ort zu Ort unterschiedlich sein. Am besten können sich Fußball-Fans auf den Internetseiten der Städte oder Kommunen informieren. Auch die meisten Kneipen, Biergärten und Restaurants werden ihre Gäste mit Infos versorgen, ob und welche Spiele des Turniers sie in ihren Außenbereichen und Innenräumen zeigen wollen. 

In vielen Kneipen und Restaurants dürften die deutschen Spiele zu sehen sein. (Archivbild)
In vielen Kneipen und Restaurants dürften die deutschen Spiele zu sehen sein. (Archivbild) Bild: Lena Lachnit/dpa

In Berlin beispielsweise dürfen alle Spiele mit deutscher Beteiligung und das Finale im Freien zu jeder Zeit gezeigt werden. Für die restlichen Partien gibt es wiederum Regeln, die sich je nach Wochentag, Anstoßzeit und Bedeutung des Spiels unterscheiden. Für Fans der Türkei nicht ganz einfach, weil ihr Team in der Vorrunde mehrmals mitten in der deutschen Nacht antritt.

Anders hält man es in Köln: Dort dürfen alle Spiele, die zwischen 6 und 22 Uhr angepfiffen werden, in voller Länge in der Außengastronomie gezeigt werden. Das bedeutet: Viele Spiele, auch der K.-o.-Runde, fallen raus. In der bayerischen Landeshauptstadt München dürfen die WM-Duelle im Außenbereich von Gaststätten bis 1 Uhr und wieder ab 6 Uhr gezeigt werden.

Wann spielt Deutschland?

Deutschland spielt in der Gruppe E gegen Curaçao(14. Juni), die Elfenbeinküste (20. Juni) und Ecuador (25. Juni). Das Spiel gegen Neuling Curaçao wird um 19.00 Uhr deutscher Zeit angepfiffen, die anderen beiden Partien um 22.00 Uhr. Die Spiele dürften also an den meisten Orten auch unter freiem Himmel gezeigt werden dürfen.

Die deutschen Spiele dürfen auch bei späteren Anstoßzeiten vielerorts gezeigt werden. (Archivbild)
Die deutschen Spiele dürfen auch bei späteren Anstoßzeiten vielerorts gezeigt werden. (Archivbild) Bild: Robert Michael/dpa

Wird das Team von Julian Nagelsmann Gruppensieger, würde die erste K.o.-Runde am 29. Juni um 22.30 Uhr deutscher Zeit angestoßen werden. Das mögliche Achtelfinale dann am 4. Juli um 23 Uhr.

Worauf muss ich achten, wenn ich zum Public Viewing will?

Einige Gaststätten wollen nur Fans mit Reservierungen einlassen, andere wiederum gar keine Reservierungen annehmen. Vuvuzelas, Trommeln, Tröten und Pfeifen sind in den Außenbereichen vielerorts verboten. Nach dem Abpfiff der späten Spiele müssen die Veranstalter das Public Viewing normalerweise schnell beenden.

Werden wieder Tausende auf der Fanmeile in Berlin jubeln?

Nein, auf der Straße des 17. Juni im Herzen der Hauptstadt wird es dieses Mal anders als bei vorherigen Turnieren keine große Fußball-Party geben. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt gab es keinen Antrag eines privaten Betreibers für eine solche Fanmeile. 

Anders als bei der Heim-EM 2024 verzichten viele Großstädte auf Fanmeilen während der Fußball-WM. (Archivbild)
Anders als bei der Heim-EM 2024 verzichten viele Großstädte auf Fanmeilen während der Fußball-WM. (Archivbild) Bild: Christoph Soeder/dpa

Auch das beliebte Public Viewing auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg wird es bei dieser WM nicht geben: eine Kostenfrage. Insgesamt scheint es weniger ganz große Events zu geben. In München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt sind keine offiziellen Fanfeste geplant. Eine Ausnahme ist die Arena auf Ewald in Herten (Nordrhein-Westfalen), wo bis zu 10.000 Fans unter anderem alle deutschen Vorrundenspiele schauen können. 

Aber werden wieder viele Restaurants und Kneipen die WM-Spiele im Freien zeigen?

Die wichtigsten Spiele sicherlich. Doch der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband weist auch auf die zusätzlichen Kosten für die Gastronomen hin. "Beispielsweise für Übertragungstechnik, Personal – und Lizenzierungen", wie Hauptgeschäftsführerin Jana Schimke erklärt. Ob sich ein Fußball-Angebot im Freien für die Betriebe lohne, hänge auch stark von den Anstoßzeiten und vom Wetter ab.

Und was ist mit der privaten Party auf dem Balkon oder im Garten?

Die Ausnahmen vom Lärmschutz gelten nur für öffentliche Veranstaltungen. Für den Grillabend mit Freunden bleiben die jeweils geltenden Regeln. Wer also in einer lauen Nacht den Fernseher für Haiti gegen Schottland auf den Balkon stellen möchte, sollte seine Nachbarn mindestens vorwarnen und auf die Lautstärke achten. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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