Weltklasseleistungen und Schockmomente

In der Gewichtheber-Bundesliga gewann der Chemnitzer AC nach aufregendem Verlauf. Die Vogtländer schlugen sich beim Spitzenreiter wacker.

Chemnitz/Samswegen.

Spannung belebt zwar einen Vergleich in der Gewichtheber-Bundesliga, wird von den Fans gern angenommen. Doch diese unsicheren Momente hatte am Sonnabend beim Chemnitzer AC (CAC) keiner gebraucht. Denn Vadims Kozennikovs patzte im Reißen gleich zweimal an seiner Anfangslast von 150 Kilogramm. Als der 25-Jährige dann im dritten Anlauf die Hantel sicher nach oben wuchtete, war die Erleichterung groß. So gelang den Gastgebern gegen den Berliner TSC letztlich noch ein klarer Erfolg (766,8:683.5).

Und die Frohnatur aus Lettland konnte am Ende trotz eines nicht optimalen Verlaufs wieder lächeln. Mit 153,2 Relativpunkten steuerte er das zweitbeste Ergebnis bei. Auf überragende 181,4 Zähler kam indes sein Auswahlkollege Ritvars Suharevs, der zudem mit einem Körpergewicht von 81,8 kg im Stoßen mit 195 kg einen persönlichen Rekord markierte. "Das waren wieder Weltklasseleistungen von ihm", geriet CAC-Trainer Andreas Rehwagen aufs Neue über den 20-jährigen Juniorenweltmeister und EM-Vierten ins Schwärmen. Der Coach zeigte sich ebenso von den Auftritten seiner anderen Schützlingen, die sich alle weiter steigerten, angetan.

Christoph Pichler beispielsweise verbesserte sich um gleich 19 Kilogramm. "Ich bin sehr froh, dass es wieder so gut lief", zeigte sich der 25-Jährige nach seiner Leidenszeit zufrieden. Die Ellbogenverletzung, die ihn bei den Deutschen Meisterschaften Anfang Dezember während des Reißens zum Aufgeben gezwungen hatte, behindert ihn weiterhin, wenn auch weniger stark. "Vor allem im Kopf sind die Bilder aber noch drin", sah er einen Grund, warum der dritte Reiß-Versuch misslang. Er tankte aber neues Selbstvertrauen und freute sich, dass sich seine derzeitige außergewöhnliche Plackerei lohnt. Er bekam eine neue Arbeitsstelle in Kamenz, pendelt täglich 130 km hin und zurück. Zum Training bleiben die Abendstunden und das Wochenende. "Aber ich will auf jeden Fall weiter angreifen, noch einiges erreichen", blickte der mehrfache nationale Titelträger und Medaillengewinner bei Deutschen Meisterschaften voraus.

Das Athletenteam Vogtland (Plauen; Rodewisch) besaß wie erwartet beim Spitzenreiter SSV Samswegen (555:804,8) keine Chance, zeigte aber entsprechend der Voraussetzungen einen gelungenen Wettkampf. Die klare Konstellation wirkte sich keineswegs negativ aus. "Alle haben sich gut präsentiert, das gebracht, was derzeit möglich ist", berichtete Teamchef Bernd Schmiedel. Im Gegensatz zum Wettkampf von vor zwei Wochen trumpfte vor allem der Tscheche Petr Petrov, den muskuläre Probleme plagten, wieder mit der von ihm gewohnten Stärke auf. Auf sein Konto brachte der Auswahlakteur 130 Relativpunkte. Auch seine Freundin Eliska Pudivitrova wies ansteigende Form nach. Die jungen Eigengewächse Marlen Barthel, Tom Ritter und Raphael Friedrich, die im Nachwuchs die nationale Spitze bestimmen, blieben ohne Fehlversuche.

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