Die italienische Biathletin Rebecca Passler darf nun doch bei Olympia starten. (Archivbild)
Die italienische Biathletin Rebecca Passler darf nun doch bei Olympia starten. (Archivbild) Bild: Matthias Schrader/AP/dpa
Wintersport
Doping-Suspendierung von Passler aufgehoben - Start möglich

Eine positive Dopingprobe erschüttert Italiens Biathlon-Team kurz vor Olympia. Rebecca Passler ist aber mit einem Einspruch erfolgreich. Warum sie bei den Winterspielen starten darf.

Antholz.

Die italienische Biathletin Rebecca Passler darf nach ihrer vorläufigen Suspendierung wegen eines positiven Dopingbefunds nun doch bei den Olympischen Winterspielen in ihrer Heimat starten. Das entschied das Berufungsgericht von Italiens nationaler Anti-Doping-Behörde Nado. Zuvor war der Fall von der Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshof Cas in Mailand dorthin verwiesen worden. Die 24-jährige Passler war gegen ihren Olympia-Ausschluss mit einem entsprechenden Antrag vorgegangen und hatte damit Erfolg.

Passlers Argument: Fall von Verunreinigung

Passler hatte gefordert, die Sperre wegen fehlender Absicht aufzuheben und ihr eine Olympia-Teilnahme in Antholz zu ermöglichen. Sie war bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs im Januar laut Nado positiv auf Letrozol getestet worden. Mit dem Medikament kann der Östrogenspiegel gesenkt werden, hauptsächlich wird es aber zur Krebsbehandlung eingesetzt.

Die Biathletin argumentierte, es habe sich um einen Fall von Verunreinigung gehandelt, sie treffe keine Schuld. Das konnte sie in dem Eilverfahren glaubhaft nachweisen. "Es gab eine logische Erklärung, wie der Wert oder die Substanz in ihren Körper gelangt ist", sagte der italienische Biathlon-Sportdirektor Klaus Höllrigl in Antholz und ergänzte: "Der Wert war auch minimal."

Grund für die Verunreinigung war angeblich ein Löffel, der mit dem Medikament in Kontakt gewesen sei und später beim Essen benutzt wurde. So könnten minimale Rückstände in ihren Körper gelangt sein, erklärte Passler. Ihre Mutter leide unter Brustkrebs, deswegen befand sich das Medikament in dem Haushalt, schrieb die italienische Nachrichtenagentur Ansa. "Die feste Gewohnheit beider, Nutella zum Frühstück zu essen, deutet eindeutig auf eine versehentliche Speichelverunreinigung des Nutella-Behälters hin, mit dem die Athletin versehentlich in Kontakt kam", hieß es.

Einsatz in der Staffel?

Passler könnte bereits am Samstag (14.45 Uhr/ARD und Eurosport) im Sprint in ihrer Heimat antreten, wird das aber nicht machen. Italiens Verband teilte mit, dass sie ab Montag wieder mit ihren Teamkolleginnen trainieren wird. Auf jeden Fall wäre sie eine Kandidatin für die Frauen-Staffel am kommenden Mittwoch. "Die Entscheidung fällt am Dienstag", kündigte Höllrigl an. "Wir werden die zwei Trainings beobachten, wie ihr Zustand ist - körperlich und auch mental. Dann werden wir die bestmögliche Entscheidung treffen."

Dort will Italien um die Stars Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi nach einer Medaille greifen. "Es waren sehr schwierige Tage", sagte Passler und fügte hinzu: "Jetzt kann ich mich endlich wieder voll und ganz auf Biathlon konzentrieren."

Italiens Verband glaubte an Unschuld der Biathletin

Passlers Dopingfall hatte das italienische Biathlon-Team vier Tage vor Eröffnung der Spiele erschüttert. Sie hatte ursprünglich zu Italiens fünfköpfigem Frauenteam gehört, wurde nach Bekanntwerden des Vorfalls aber zunächst wieder gestrichen. Der italienische Wintersportverband Fisi war von Anfang an von Passlers Unschuld überzeugt und sie dabei unterstützt, gegen die Sperre vorzugehen.

Passler startet seit Ende 2021 im Weltcup. Im Januar war sie bei den Wettkämpfen im thüringischen Oberhof Startläuferin der italienischen Frauenstaffel. Ihre besten Karriereresultate sind zwei elfte Plätze im Sprint von Oberhof und im Massenstart von Annecy. In die Top Ten hat es die ehemalige Junioren-Weltmeisterin mit der Staffel in einem Einzelrennen bislang noch nicht geschafft. (dpa)

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