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Fußball
WM ohne Italien? Gattuso ärgert sich und hofft auf Playoffs

Im Kampf um ein WM-Ticket muss Italien wohl wieder in die Playoffs. Zuletzt machte der viermalige Weltmeister damit schlechte Erfahrungen. Der Trainer stellt sich vor das Team und kritisiert die Fans.

Chisinau.

Gennaro Gattuso war richtig sauer. "Das, was ich heute gehört habe, war eine Schande. Das kann ich nicht akzeptieren", sagte der italienische Nationaltrainer zur Wut der eigenen Fans. Beim Stand von 0:0 in der Republik Moldau machten die Anhänger ihrem Ärger über die Squadra Azzurra hörbar Luft. Zwar siegte Italien spät noch mit 2:0. Doch die Stimmung bleibt angespannt. Die stolze Fußball-Nation droht, zum dritten Mal nacheinander die WM-Endrunde zu verpassen.

Hoffen auf die Playoffs

Die direkte Qualifikation ist praktisch futsch. Italien müsste im letzten Gruppenspiel am Sonntag gegen Tabellenführer Norweger mit neun Toren Differenz gewinnen, um die Skandinavier noch abzufangen. Das ist quasi unmöglich.

Erst einmal siegten die Italiener in ihrer Geschichte mit neun Toren Differenz. 77 Jahre ist das her. 1948 schlugen sie die USA bei den Olympischen Spielen mit 9:0. Nun hofft der viermalige Weltmeister daher also auf die Playoffs.

Zumindest die Teilnahme daran ist sicher. Dass die Italiener im Kampf um die Reise zum XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada nachsitzen müssen, war Gattuso im Prinzip schon bei seiner Amtsübernahme im Juni klar.

Norwegen zu stark

Unter dem 47-Jährigen hat Italien zwar fünf von fünf Spielen gewonnen. Die Norweger, die das Hinspiel gegen Italien noch unter Gattusos Vorgänger Luciano Spalletti 3:0 für sich entschieden und so für eine Vorentscheidung sorgten, patzten jedoch nicht. Erling Haaland & Co. feierten stattdessen gleich mehrere Kantersiege - unter anderem ein 11:1 gegen die Republik Moldau.

Im Hinspiel siegte Norwegen gegen Italien deutlich. (Archivfoto)
Im Hinspiel siegte Norwegen gegen Italien deutlich. (Archivfoto) Bild: Cornelius Poppe/NTB/dpa

Einige italienische Fans nahmen dieses verrückte Ergebnis offenbar als Maßstab - zumindest glaubt Gattuso das. "Es gibt keine einfachen Spiele. Wenn ihr noch immer an das 11:1 denkt, das Norwegen gegen die hier geschafft hat, ist das nicht mein Problem", sagte der frühere defensive Mittelfeldspieler und fügte an: "Ich bin sehr zufrieden, weiter gehts."

Gattuso: "Man muss geeint bleiben"

Trotz aller Schwierigkeiten und fußballerischer Defizite beschwört Gattuso den Zusammenhalt. Wie schon zu seiner Zeit als Spieler lebt der Weltmeister von 2006 den Glauben an den Erfolg mit kompromissloser Bestimmtheit vor. "Man muss geeint bleiben, denn die Mannschaft kämpft auf dem Platz mit den Schwierigkeiten - und 500 Fans protestieren zu hören, das akzeptiere ich nicht", sagte er dem Sender Rai.

Gattuso ließ zudem Kritik am Quali-Modus erkennen, in dem sich in Europa nur die zwölf Gruppensieger direkt qualifizieren. "Zu unseren Zeiten waren die besten Zweitplatzierten direkt bei der WM dabei", erinnerte er.

Die Playoffs im März 2026 werden, wie schon vor der vergangenen WM in Katar, in Mini-Turnieren mit Halbfinale und Finale ausgetragen. Damals schied Italien im Halbfinale gegen Nordmazedonien aus. Vor der WM in Russland 2018 scheiterte man ebenfalls in den Playoffs: damals in einem anderen Modus und gegen Schweden. Und die Skandinavier drohen den Italienern auch diesmal wieder als Rivalen im Kampf um das WM-Ticket. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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