Wolfsburg zurück auf Königsklassen-Kurs: Sieg in Stuttgart

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Wolfsburg zeigt Nehmerqualitäten. Nach zwei Niederlagen überzeugen die Niedersachsen in Stuttgart. Jetzt können sie den womöglich entscheidenden Schritt auf den Weg in die Champions League machen.

Stuttgart (dpa) - Oliver Glasner bedankte sich bei jedem seiner Spieler. Ohne Eile und mit der Ruhe des Siegers ging der Trainer des VfL Wolfsburg nach dem 3:1 (2:0)-Sieg beim VfB Stuttgart über den Rasen.

Dank des verdienten Erfolgs in einem unterhaltsamen Spiel am Mittwochabend befinden sich die Wolfsburger vier Spieltage vor Saisonende in der Fußball-Bundesliga wieder auf dem besten Weg in Richtung Champions League.

Xaver Schlager (13. Minute), Torjäger Wout Weghorst (29.) und Yannick Gerhardt (65.) trafen für die Gäste. Nach dem ersten Sieg nach zuvor zwei Niederlagen kann der Tabellendritte im direkten Duell mit dem Fünften Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr/Sky) die Königsklasse so gut wie perfekt machen.

«Wir sollten nicht als Verlierer vom Platz gehen», sagte Wolfsburgs Maximilian Arnold im TV-Sender Sky mit Blick auf die Partie gegen den BVB. «Wir sind fünf Punkte vor Borussia Dortmund. Die gesperrten Spieler kommen zurück, die angeschlagenen Spieler kommen zurück. Ich denke, wir sind bereit.»

Den lange so begeisternden Stuttgartern dagegen geht auf den letzten Metern der Saison der Schwung verloren. In einem von zahlreichen Top-Chancen geprägten Spiel fehlten dem Team von Trainer Pellegrino Matarazzo vor allem zwei Dinge: defensive Stabilität und offensive Effizienz. Nur Gonzalo Castro traf in der Nachspielzeit.

Passend dazu verschoss Philipp Förster (26.) einen Handelfmeter, selbst den Nachschuss setzte der Mittelfeldspieler unbedrängt über das Tor. «Natürlich ist es sehr, sehr bitte heute Abend», meinte Förster über das Spiel und seine Fehlschüsse. «Die Wolfsburger haben aus wenig Torchancen Kapital geschlagen», machte er den entscheidenden Qualitäts-Unterschied deutlich.

Die äußerst unterhaltsame Partie startete ohne langes Abtasten. Allein im ersten Durchgang spielten sich beide Teams zahlreiche Hochkaräter heraus. Der größte Unterschied: Wolfsburg nutzte zwei seiner Topchancen, der VfB keine. Sasa Kalajdzic (9.) und Tanguy Coulibaly (35.) scheiterten jeweils frei und unbedrängt am starken VfL-Torhüter Koen Casteels. Zudem parierte der Belgier auch noch den Elfmeter von Förster. Was die Schwaben dagegen zum Teil defensiv ablieferten, war erschreckend.

Meistens benötigten die Gäste nur wenige Stationen, um gefährlich zu werden. Maximilian Philipp (10.) und der Ex-Stuttgarter Josip Brekalo (12.) hätten schon treffen können. Kurz darauf machte es Schlager besser und hämmerte den Ball mit dem Vollspann flach ins Tor. Eine knappe halbe Stunde später erhöhte Weghorst nach einer Brekalo-Flanke per Kopf. Der Niederländer war damit im siebten Bundesliga-Spiel in Serie an einem VfL-Tor direkt beteiligt, was vor ihm zuletzt dem Ex-Wolfsburger Edin Dzeko gelungen war.

Die ohne zahlreiche Stammkräfte angetretenen Stuttgartern machten dagegen deutlich, dass sie noch nicht reif sind für Europa. Die extrem junge Mannschaft kam kaum in die Zweikämpfe, wodurch Wolfsburg immer wieder zu Chancen kam. Offensiv blieb der Aufsteiger dagegen dank seines Tempos permanent gefährlich - er nutzte nur seine Gelegenheiten nicht.

Stattdessen schlugen die Wolfsburger erneut zu. Nach einem schnellen Angriff legte Brekalo quer auf Gerhardt, der den Ball zum 3:0 ins Tor schlenzte. Trotz des deutlichen Rückstandes bemühten sich die Schwaben weiterhin. Castros Tor in der Nachspielzeit war nur ein schwacher Trost.

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