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Zehn Jahre nach Kerber-Sieg: Deutsche in Melbourne früh raus

Das war es für die deutschen Tennisspielerinnen bei den Australian Open. Laura Siegemund scheidet in Runde zwei als letzte Vertreterin aus. Und das zehn Jahre nach dem Coup von Angelique Kerber.

Melbourne.

An die Bilder von damals kann sich Torben Beltz noch bestens erinnern. Als Trainer erlebte Beltz 2016 den ersten Grand-Slam-Titel von Angelique Kerber bei den Australian Open hautnah mit. "Das war natürlich ein tolles Jahr", sagte Beltz. "Es sind fantastische Erinnerungen, wenn man hier so über die Anlage läuft. Verrückt, dass das schon zehn Jahre her ist."

2016 triumphierte Kerber in Melbourne im Finale gegen Serena Williams und holte ihren ersten von drei Grand-Slam-Titeln. Am Tag danach sprang sie vor Freude in den Yarra River, Beltz war als ihr damaliger Coach stets an ihrer Seite.

Zehn Jahre später ist Beltz wieder in Melbourne, zum Feiern ist dem 49-Jährigen dieses Mal aber nicht zumute. Schließlich ist er als Bundestrainer für das Gesamtabschneiden der deutschen Tennisspielerinnen in Melbourne verantwortlich - und das ist ernüchternd.

Siegemund als letzte Deutsche raus

Als letzte Deutsche schied Laura Siegemund in der zweiten Runde aus. Die 37-Jährige unterlag der australischen Qualifikanten Maddison Inglis mit 4:6, 7:6 (7:3), 6:7 (7:10) und verpasste damit beim ersten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison den Sprung in Runde drei. Zuvor hatten Eva Lys, Tatjana Maria und Ella Seidel allesamt bereits in der ersten Runde verloren.

"Wir sind schon geknickt, dass bereits in der zweiten Runde alle raus sind", gestand Beltz, der Siegmund 3:20 Stunden in der Sonne von Melbourne die Daumen drückte. Doch am Ende leistete sich die Schwäbin zu viele unnötige Fehler und kassierte gegen die Nummer 168 der Welt eine völlig unnötige Niederlage.

Hoffnungen ruhen auf Lys

"Im vergangenen Jahr war es mit Eva Lys super, die es bis in die vierte Runde geschafft hat. Dieses Mal hat es leider nicht gereicht", bilanzierte Beltz das enttäuschende Abschneiden der deutschen Spielerinnen am Yarra River.

2025 hatte Lys als sogenannte Lucky Loserin für Furore gesorgt, dieses Mal war für die deutsche Nummer eins gleich zum Auftakt Schluss. Dennoch ist es vor allem die 24-Jährige, auf der die deutschen Hoffnungen in naher Zukunft ruhen. Tatjana Maria und Siegemund befinden sich auf der Zielgeraden ihrer Karrieren. Punktuell sind die beiden Routiniers immer noch für gute Ergebnisse fähig, die Zukunft bilden die beiden Tennis-Veteraninnen aber nicht.

Die Last der deutschen Erwartungen wird vor allem auf Lys liegen. "Spielerisch habe ich sie zu Beginn des Jahres hier sehr gut gesehen, jetzt muss noch die Gesundheit mitspielen", sagte Beltz. Bei den Australian Open klagte Lys über Knieprobleme, zudem leidet die Hamburgerin an einer chronischen rheumatischen Autoimmunerkrankung.

Nachwuchs braucht noch Zeit

Neben der Hoffnungsträgerin stand Ella Seidel in Melbourne im Hauptfeld. Die 20-Jährige scheiterte in der ersten Runde gegen die Russin Oxana Selechmetewa - aber vor allem an ihren eigenen Nerven.

Und dahinter? Klafft im deutschen Damen-Tennis eine große Lücke. "Wir haben einige richtig gute Talente", sagte Beltz zwar. Doch Spielerinnen wie Mariella Thamm (16), Eva Bennemann (18), Tessa Brockmann (20), Julia Stusek (17) oder Sonja Zhenikhova (17) brauchen noch eine Weile, ehe sie bei den Grand-Slam-Turnieren im Hauptfeld dabei sind.

"Wir hoffen, dass wir durch Training und harte Arbeit wieder nach vorne kommen und es dann bei den French Open schon wieder anders aussieht", sagte Beltz mit Blick auf das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres in Paris im Mai. Bis es wieder Erfolge wie zu Kerbers Zeiten gibt, wird es aber wohl noch lange dauern. Bis dahin muss sich Beltz mit den tollen Erinnerungen an 2016 begnügen. (dpa)

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