Zverev verpasst London-Halbfinale: Niederlage gegen Djokovic

Für Alexander Zverev sind die ATP Finals vorbei. Wie zuletzt bei seiner Premiere 2017 schaffte es der Hamburger nicht ins Halbfinale. Novak Djokovic, Rafael Nadal, Dominic Thiem und Daniil Medwedew kämpfen um den letzten Titel des Jahres.

London (dpa) - Alexander Zverev beendet ein kompliziertes Tennis-Jahr ohne die erhoffte Chance auf das Endspiel bei den ATP Finals.

Nach einem Fehlstart verlor Deutschlands bester Tennisspieler in London das entscheidende Gruppenspiel gegen den serbischen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic 3:6, 6:7 (4:7) und verpasste damit das Halbfinale. «Ich habe sehr schlecht angefangen. Wenn man die ersten drei Spiele wegnimmt, fand ich, dass ich eigentlich ein gutes Match gespielt habe und auch Chancen hatte», bilanzierte Zverev: «Ich habe gutes Tennis gezeigt nach 0:3.»

2018 hatte der Weltranglisten-Siebte mit einem Finalerfolg gegen Djokovic bei der inoffiziellen Tennis-WM seinen größten Titel gefeiert, nun blieben die angepeilten sportlichen positiven Schlagzeilen zum Saisonabschluss nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen aus. Für seine bessere und mutige Leistung im zweiten Satz belohnte sich Zverev nicht mit dem Satzausgleich.

Dennoch war der 23-Jährige mit seinem Jahr sportlich sehr zufrieden, mit einem Lachen bilanzierte er: «Aus meinem Jahr kann man eigentlich einen Film machen.» So viel habe er erlebt.

Zu Beginn der Saison hatte er bei den Australian Open sein erstes Grand-Slam-Halbfinale erreicht, bei den US Open verpasste er nach der langen Turnierpause aufgrund der Coronavirus-Krise nur knapp den Titel. Zuletzt verdrängten private Schlagzeilen das sportliche Geschehen: Kurz nach der Nachricht, dass Zverev Vater wird, ging seine frühere Freundin Olga Scharipowa mit Gewalt-Vorwürfen gegen ihn an die Öffentlichkeit.

Für Zverev steht nun Urlaub an, er kündigte eine Reise auf die Malediven an. Der fünfmalige Sieger Djokovic spielt dagegen am Samstag gegen den österreichischen US-Open-Sieger Dominic Thiem um den Einzug ins Endspiel. Im anderen Halbfinale treffen der spanische Weltranglisten-Zweite Rafael Nadal und der formstarke Russe Daniil Medwedew aufeinander. Wie für Zverev war für das deutsche Doppel Kevin Krawietz und Andreas Mies das Turnier bereits am Donnerstag nach der Gruppenphase vorbei.

«Ich werde ein perfektes Match brauchen, um gegen ihn zu gewinnen», hatte Zverev zuvor gesagt und war sich wie Djokovic der Ausgangssituation bewusst, dass nur der Sieger dieses Duells vom Freitag noch eine Titelchance hat. Doch Zverev verpatzte den Start: Nur 2 der ersten 14 Punkte gingen an ihn, mit einem Doppelfehler schenkte der Hamburger dem Serben das Break. Dabei hatte er noch darauf hingewiesen, wie wichtig ein guter Start in das Match sei.

Doch der Weltranglisten-Siebte fand nicht in die Partie und machte es der Nummer eins der Welt anfangs zu einfach. Nach dem schnellen 0:3 steigerte sich die deutsche Nummer eins zwar, seinen Fehlstart in den ersten Satz konnte Zverev aber nicht mehr wettmachen.

Der zweite Satz war umkämpfter. Zverev wurde aggressiver, machte deutlich mehr direkte Punkte als sein Kontrahent, konnte Möglichkeiten bei den nun engeren Aufschlagspielen des Australian-Open-Siegers aber nicht nutzen. Noch nie hatte sich in den fünf Duellen zuvor der Sieger einen Satzverlust geleistet - und dabei blieb es auch diesmal. «Novak hat unglaublich gut aufgeschlagen, das war sehr schwierig. Ein paar Punkte haben den Satz entschieden», sagte Zverev. Zum Auftakt des Saisonabschlusses der Topstars hatte Zverev klar gegen Medwedew verloren - der Sieg gegen Diego Schwartzman aus Argentinien war zu wenig für den Halbfinal-Einzug.

00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.