Zwei Asse voller Glücksgefühle

Beim internationalen Leichtathletik-Meeting in Chemnitz setzte Dreispringerin Kristin Gierisch den Glanzpunkt. Auch bei den Herren freute sich mit Max Heß ein Lokalmatador ganz besonders.

Chemnitz.

Als die Weite ihres dritten Versuches von 14,59 Metern offiziell bekannt gegeben wurde, gab es für Kristin Gierisch kein Halten mehr: Strahlend lief sie auf ihren Trainer Harry Marusch zu, umarmte ihn herzlich und machte anschließend noch zahlreiche Freudensprünge. Die 28-Jährige vom LAC Chemnitz hatte sich endlich einen Traum erfüllt und einen neuen deutschen Rekord aufgestellt. "Nachdem ich am Freitag noch in Madrid an den Start gegangen war, hätte ich nicht gedacht, dass es so funktioniert. Aber es hatte sich schon angedeutet", jubelte die 22-Jährige, die in Spanien auf 14,21 m gekommen war. Auch im Freien war bislang noch keine Deutsche weiter gesprungen.

Für ihren Trainer kam die Bestmarke gar nicht so überraschend. "Kristin hat einem erfolgreichen Tag die Krone aufgesetzt. Ich denke, dass der Rekord jetzt einfach fällig war", meinte Harry Marusch und fügte hinzu: "Sie fährt als Titelverteidigerin zur Hallen-EM nach Glasgow und zählt mit dieser Weite aus meiner Sicht zum Kreis der Favoritinnen." Obwohl die gebürtige Zwickauerin in ihrer Laufbahn schon in zahlreichen Arenen an den Start gegangen ist, gab sie zu, vor dem Wettkampf in Chemnitz besonders aufgeregt zu sein. "Wenn ich so auf die Zuschauerränge sehe, erkenne ich manches bekanntes Gesicht. Ich freue mich das ganze Jahr auf das Chemnitzer Meeting", erzählte die Vize-Europameisterin. Und in ihrer Euphorie lud sie das Publikum schon mal für 2020 ein: "Ich will euch im kommenden Jahr alle hier wiedersehen."

Zuvor hatte ihr Trainingsgefährte und Disziplinkollege Max Heß in seinem sportlichen Wohnzimmer für positive Schlagzeilen gesorgt. Der 22-Jährige, der wohl jeden Quadratmillimeter Bodenbelag der Halle im Sportforum genau kennt, nutzte ebenfalls seinen Heimvorteil. Er konnte nicht nur die Konkurrenz bei den Herren gewinnen, sondern auch die Norm für die Hallen-EM knacken: 16.66 Meter betrug schließlich die Siegerweite des Chemnitzers, der damit das Ticket buchte. Max Heß begann die Konkurrenz mit einem ungültigen Versuch. "Er war jedoch ganz knapp übergetreten und weit. Da wusste ich, dass die Norm auf jeden Fall drin ist", meinte er. Seine Theorie sollte sich schnell bewahrheiten. Nach dem zweiten Anlauf hob der Kampfrichter die weiße Fahne, bestätigte somit den korrekten Absprung. 16,61 Meter wurden angezeigt. Im vierten Versuch packte der mehrfache Deutsche Meister noch einmal fünf Zentimeter drauf. "Nachdem es zuletzt einige Wettkämpfe gab, in denen ich nicht so richtig in Fahrt gekommen war, stand schon etwas Druck dahinter. Aber im Training war es zuletzt sehr gut gelaufen", berichtete der Student für Wirtschaftsingenieurwesen. Die Normerfüllung bewirke vor allem, dass er die kommenden Aufgaben mit einem freien Kopf angehen kann. Nächster Höhepunkt sind für ihn die Deutschen Hallenmeisterschaften am kommenden Wochenende in Leipzig. Max Heß will dort mit der Goldmedaille im Gepäck nach Hause fahren. "Für mich als Ur- Chemnitzer freue ich mich natürlich, dass ich zum Gelingen des Meetings beitragen konnte. Auf der Tribüne saßen meine Eltern, meine Freundin und viele Freunde, das hat mich zusätzlich motiviert", erklärte der Dreisprung-Sieger.

Die Wettkämpfe wurden von 1200 fachkundigen Zuschauern verfolgt. Athleten aus zwölf Nationen, darunter auch aus Japan und Kanada, nahmen teil. "Ich bin mit dem Verlauf sehr zufrieden. Es gab hervorragende Leistungen, die Stimmung war klasse", resümierte Meetingchef Thomas Schönlebe.


Stabhochspringer bei Debüt begeistert 

Bo Kanda Lita-Baehre war in der Stabhochsprungkonkurrenz ein erfolgreicher Kurzarbeiter. Der Athlet von Bayer Leverkusen benötigte zwei Versuche über 5,40 Meter und schaffte dann mit 5,70 m im dritten Anlauf den Sieg. Alle anderen Höhen hatte er ausgelassen. "Ich war das erste Mal in Chemnitz. Die volle Halle motiviert natürlich zusätzlich. Ich würde gern einmal wieder kommen", sagte der gebürtige Düsseldorfer, der beim Meeting persönliche Bestleistung sprang.

Der 19-Jährige startet als nächstes bei der DM am kommenden Wochenende in Leipzig. "Für die Hallen-EM habe ich mich auch qualifiziert", berichtete der Höhenjäger. Seine sportliche Laufbahn begann er als Basketballer, wechselte dann zur Leichtathletik. "Nach einem Jahr habe ich mich dem Stabhochsprung gewidmet. Ich schaue mir noch Basketballspiele an. Doch in der Leichtathletik gefällt mir, dass der einzelne Athlet im Mittelpunkt steht", erzählte. kbe

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