Straßberg will Weg nach Ballhause benennen

Von 1945 bis 1947 war der Arbeiterfotograf Bürgermeister in Straßberg. Nun will der Plauener Ortsteil Walter Ballhause ehren.

Straßberg.

Nachdem der Straßberger Ortschaftsrat im Herbst vorigen Jahres die Umbenennung einer Straße zu Ehren des einstigen Bürgermeisters Walter Ballhause angeregt und die Plauener Stadtverwaltung um Zustimmung gebeten hat, kommt die Sache jetzt ins Rollen. Am 7. Juli beschäftigen sich die Stadträte mit der Verwaltungsvorlage. Wie zunächst angedacht, soll ein Teil der Moorengasse den Namen des 1991 gestorbenen Arbeiterfotografen tragen - und zwar das Verbindungsstück zur Hauptstraße hin. In ihrer jüngsten Sitzung gaben die Ortsteilvertreter der von ihnen angeregten Umbenennung nun nochmal offiziell grünes Licht.

Sie regen eine kleine Änderung an: "Es sollte nicht Straße, sondern Weg heißen", so Ortsvorsteher Dieter Blechschmidt. Es handelt sich lediglich um 30 Meter. Die Straßberger kommen der Stadt zudem mit dem Straßenschild entgegen. "Das Aufstellen eines Verkehrszeichenhalters könnte man sich sparen", so der Ortschef. Denn Ortschaftsrat Matthias Limmer stellt die Wand seines am Teilstück stehenden Hauses zur Verfügung, um auf den Walter-Ballhause-Weg aufmerksam zu machen. Hannover ist Plauen schon ein Stück voraus. Dort gibt es seit 2000 eine Walter-Ballhause-Straße. Der Sohn eines Schuhmachers und einer Lederstepperin wuchs dort auf. "1941 zog er nach Straßberg. Er war ab diesem Zeitpunkt als Leiter des Labors der Vogtländischen Maschinenfabrik AG (Vomag) tätig. Die Nationalsozialisten haben ihn 1944 aus politischen Gründen wie schon im Jahre 1933 verhaftet. Die Amerikaner haben ihn 1945 aus dem Zwickauer Zuchthaus Schloss Osterstein befreit. Er fotografierte das Schicksal der Flüchtlinge und Vertriebenen und das wiedererwachende Gemeindeleben", kann man auf der Internetseite ballhause-archiv.de nachlesen, die von seinem Sohn Rolf Ballhause (gestorben 2020) und dessen Ehefrau Martina erstellt wurde.

In dem Dorf bei Plauen gründete Ballhause nach dem Zweiten Weltkrieg auch eine Ortsgruppe der KPD mit. 1981 kam es zu Veröffentlichungen seines umfangreichen fotografischen Werkes. Ein Jahr später nahm ihn der Bundeskongress der Arbeiterfotografen (Bundesrepublik Deutschland) als Ehrenmitglied auf, 1988 der Verband Bildender Künstler der DDR.

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