Tannen wurzeln in Landesklasse

Lange haben sie überlegt, nun ist es gewiss. Die Thalheimer Fußballer spielen in der kommenden Saison auf Landesebene. Die aus Auerhammer hingegen gucken in die Röhre.

Thalheim/Auerhammer.

Der Tabellenführer der nach dem 14. Spieltag abgebrochenen Corona-Saison hat sich entschieden, er nimmt sein Aufstiegsrecht in die Landesklasse wahr. Dies hat der SV Tanne Thalheim fast auf den letzten Drücker getan, denn bis Montag dieser Woche hatten die betreffenden Vereine Zeit, dies an den Kreisverband Fußball Erzgebirge zu melden.

Dass die Tannen die Frist weitgehend ausreizten, lag an den Personalplanungen. "Für uns war klar, dass wir unser Aufstiegsrecht nur wahrnehmen, wenn wir eine Mannschaft auf die Beine stellen können, die konkurrenzfähig ist", sagt Abteilungsleiter Thomas Drechsel. Größtes Problem: die Torwartposition. Stammkeeper Oliver Post betätigt sich derzeit als Häuslebauer und steht kommende Saison wenig bis gar nicht zur Verfügung, Ersatzmann Kevin Mehlhorn hängt die "Töppen" an den Nagel. Das Abenteuer Landesklasse wollen die Thalheimer mit Keeper Simon Karsunke angehen, der aus der A-Jugend des FSV Blau-Weiß Schwarzenberg ins Zwönitztal wechselte. Mit Patrick Rösch steht ein weiterer Schlussmann neu in den Reihen der Grün-Schwarzen, der zuletzt in Mitteldorf spielte, aber schon seit längerem ohne Spielpraxis ist. "Beide machen im Training eine gute Figur", sagt Trainer René Wendler.

Auch auf anderen Positionen haben sich die Thalheimer verstärkt. Trainersohn Anton Wendler und Erik Schindler eiste der Verein aus der A-Jugend des FC Stollberg los, beide Spieler sind im defensiven Bereich flexibel einsetzbar. Lucas Hirsch, ein Offensivmann, kommt vom Kreisligisten Gornsdorf und folgte damit - mit einem Jahr Verzug - seinem Bruder Tom. Mittelfeldspieler Rocco Neukirchner kennt sich dagegen in Thalheim aus, er wechselt nach einem Jahr beim FSV Zwönitz zurück zu seinem Heimatverein. Bei den Thalheimern half er vor zwei Jahren gelegentlich sogar im Tor aus. Insgesamt tummelten sich zum Trainingsauftakt rund 40 Spieler, die in der ersten oder in der zweiten Mannschaft des Vereins zum Einsatz kommen sollen, auf dem Gelände des SV Tanne. Trotzdem gingen in Sachen Verstärkungen nicht alle Blütenträume in Erfüllung. "Wir haben viele Absagen kassiert", sagt Wendler, der keine Namen nennen will. Als Aufsteiger sei das Ziel in der kommenden Saison der Klassenerhalt - doch die Herausforderung können die Thalheimer bislang schwer einschätzen. "Noch ist ja nicht einmal bekannt, in welche Landesklasse-Staffel wir eingegliedert werden", erklärt Drechsel. Die Staffel West, der Wunsch des Vereins, liegt nahe - doch für diese haben beim Verband 19 Mannschaften gemeldet. Eine muss daher wohl in den sauren Apfel beißen und in die Staffel Mitte gehen. "Falls wir das sind, wären die Fahrtwege viel weiter und es gäbe kein Derby gegen Stollberg", so Drechsel.

So sehr sich die Thalheimer auf die kommende Saison freuen, so gedämpft ist die Stimmung derweil beim SV Auerhammer. Beim Blick auf die Abschlusstabelle ist das verständlich. Auch die Westerzgebirger haben zehn Siege eingefahren, im Gegensatz zum SV Tanne aber ein Remis mehr geholt und ein Spiel weniger verloren. Dass sie nach der maßgebenden Quotientenregel aber einen schlechteren Schnitt als die Thalheimer aufweisen (2,07 gegenüber 2,21), liegt an einem Drei-Punkte-Abzug wegen des nicht erfüllten Schiedsrichtersolls. "Sonst wären wir Erster", sagt Trainer Mike Martin, der sich darüber sehr ärgert. "Vor allem, weil diese Regelung für die kommende Saison ausgesetzt wird." Beim Kreisverband haben die Auer deshalb nunmehr beantragt, dass sie als Zweiter ebenfalls aufsteigen dürfen - eine Entscheidung steht noch aus. Sollte das nicht klappen, kann sich der Verein möglicherweise mit dem Pokalsieg trösten. Die Halbfinals sind für den 28. Juni angesetzt, den SV Auerhammer erwartet dann um 14 Uhr ein Gastspiel beim FC Lößnitz II. Parallel empfängt Burkhardtsdorf den VfB Annaberg. "Seit Mitte Mai trainieren wir wieder. Wir wollen den Pott", so Martin.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.