Horch-Museum: Vieles noch geheim

Rund 75.000 Menschen besuchen die Einrichtung jedes Jahr. Demnächst können sie dort noch einiges mehr entdecken.

Zwickau.

Für das Zwickauer August-Horch-Museum hat Annett Kannhäuser immer ein gutes Wort übrig. Klar, sie ist ja auch die Pressesprecherin der Einrichtung. In den zehn Jahren, in denen sie an der Audistraße arbeitet, ist die 47-Jährige aber auch zu einem echten Fan geworden. Derzeit beobachtet sie fasziniert, wie noch mehr Arbeit auf sie zukommt: Denn die Erweiterung des Museums steht wenige Wochen vor der Eröffnung. "Noch ist unser Museum etwas für einen kürzeren Besuch. Aber das ändert sich", verrät sie. Allein 1,2 Kilometer Laufwege kann man dort künftig zurücklegen. Zwischendurch gibt's freilich auch ausreichend Gelegenheit zum Ausruhen. Die Gäste können zum Beispiel in einer nachempfundenen Rennsportszenerie Platz nehmen.

Als die Marketingexpertin 2007 an die Einrichtung kam, war ihre wichtigste Aufgabe, das weitere Absinken der Besucherzahlen zu stoppen. Das ist gelungen. "Inzwischen sind wir bei rund 75.000 Gästen im Jahr stabil", sagt Kannhäuser.

Eigentlich kommt die Zwickauerin aus einer ganz anderen Branche. Sie hatte nach ihrem Studium an der Westsächsischen Hochschule ihre Karriere zunächst beim Kosmetik-Unternehmen Florena begonnen. Doch nach ihrem ersten Kind kehrte sie nach Zwickau zurück, arbeitete in mehreren Werbeagenturen und wechselte schließlich ans Museum. "Das fühlt sich jetzt für mich an, als sei ich angekommen", sagt sie. Dass sie nun statt mit Kosmetik mit Autos zu tun hat, geht für die Zwickauerin völlig in Ordnung. "Mein Vater hat im Sachsenring gearbeitet. Ich bin damit verwurzelt."

Annett Kannhäuser begegnet im Museum oder bei Oldtimertouren vielen Menschen, die gern über Autos sprechen und auch kompetente Antworten erwarten. Selbst bei der Schwanenklassik und anderen Oldtimertreffen war sie schon mit dabei. "Ich finde, die großen alten Autos sind schon sehr komfortabel. Jedenfalls für den Beifahrer. Für den Fahrer ist es schon anstrengend - so mit Zwischengas geben und ohne Lenkkraftverstärkung." Die alten Schätzchen werden indes nur zu ganz besonderen Anlässen aus dem Museum geholt. Die meiste Zeit stehen sie geschützt in den geschichtsträchtigen Hallen. Was in den neuen Hallen zu sehen sein wird, darf Annett Kannhäuser noch nicht verraten. Klar ist nur, dass in dem von 1911 stammenden Fabrikgebäude die Automobilgeschichte nach 1945 erzählt wird. Zu sehen sein soll etwa die weltweit einzig verbliebene Fertigungsanlage für die Herstellung von Duroplast für den Trabant. Außerdem: die Prototypen, die während der DDR-Zeit entwickelt, aber nie in Serie gebaut werden durften.

Auch der Rennsport erhält einen größeren Raum. Damit zieht auch der original nachgebaute Rennwagen aus der bisherigen Ausstellung um. Das silberne Geschoss ist einer von nur zwei Nachbauten - alle anderen Autos in der Ausstellung stammen tatsächlich aus ihrer Zeit.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...