Das Team vom Lesermarkt: Mit Leidenschaft für die Leser

Abonnements verkaufen, technische Hilfe leisten, die Menschen mitnehmen: All das organisiert ein Team, welches die Verbindung zwischen Verlag und Zeitungskunden mit Begeisterung am Laufen hält.

Auch lieb gewonnene Rituale ändern sich. Das weiß Arne Stuck. Er ist im Verlag zuständig für die Abteilung Lesermarkt. Ein spannendes Feld, wie er findet. Denn mit seinem Team beobachtet er nicht nur das Leseverhalten der Menschen. Gemeinsam entwickeln sie auch dem Trend und Zeitgeist entsprechend, passgenaue Angebote für Menschen, die auf die Vorteile der Zeitung nicht verzichten wollen. Und dazu gehört viel mehr, als die pure journalistische Neuigkeit. Denn das Team vom Lesermarkt kümmert sich um alle Belange der Leserschaft, außerhalb redaktioneller Inhalte und Recherchen: vom Abo-Angebot bis zur Zustellung, vom Ausflug bis hin zum Shopping in Geschäftsstellen oder zur Konzertkartenbuchung vor Ort.

"Die Zeitung am Frühstückstisch lesen? Das ist bei vielen Menschen zwar durchaus noch ein Ritual", konstatiert Arne Stuck. "Wir dürfen uns aber nichts vormachen. Nicht jeder Haushalt folgt mehr diesem lieb gewonnenen Brauch." Smarte Digitaltechnik sorge dafür, dass morgens eher die sozialen Netzwerke online gecheckt oder die ersten E-Mails des Tages beim Kaffee gelesen würden. Aber wenn die Ritualisierung des Lebens fehlt und die Aufmerksamkeit der Leser mit konkurrierenden Angeboten schwindet, wie gelingt es heutzutage trotzdem, Leser für die "Freie Presse" zu begeistern? Arne Stuck erklärt: "Indem wir unsere Stärken der Leserschaft nahebringen und neben dem journalistischen Angebot der Kollegen für jeden das passende Abo-Angebot bereitstellen."

Medienangebote zu schätzen wissen und Medienkompetenz zu erlernen: Diese Fähigkeiten können mit Unterstützung der "Freien Presse" schon Kinder erwerben. Dafür bekommt das Team der Abteilung Lesermarkt Unterstützung von den Marketingexperten der Verlagsgruppe. Das medienpädagogische Angebot "Zeitung im Unterricht" - kurz: ZIMU - erreicht jedes Schuljahr mehr als 5000 Mädchen und Jungen. Sie entdecken im Unterricht die Zeitungsarbeit in der Digitalversion, lassen aber auch die Papierseiten noch rascheln. In Projektarbeiten entwickeln die Kinder so ein gesundes Medienbewusstsein. Das ist gerade in Zeiten der Digitalisierung unerlässlich.

Ohne digitale Leistungen schafft es auch die "Freie Presse" nicht, neue Lesende zu begeistern. "Wenn wir die jüngere Zielgruppe unter 35 für unsere Verlags- und Zeitungsarbeit gewinnen wollen, dann sind diese Angebote unerlässlich", bestätigt Arne Stuck. "Deshalb tritt die Freie Presse nicht nur mit weiterführenden Informationen und Angeboten auf ihrer Internetseite in Erscheinung, sondern präsentiert sich auch in sozialen Netzwerken - beispielsweise auf eigenen Kanälen bei Facebook oder Instagram."

Kernaufgabe des Lesermarktes sei es demnach, die Leser neu zu begeistern und interessiert zu halten. Was konkret die "Freie Presse" dabei zuverlässig und kompetent macht, beschreibt Stuck so: "Wir bieten außergewöhnlich tief greifende Information über das Geschehen in der Region. Kein anderes Medium berichtet so umfassend und vielfältig über die Menschen und die Entwicklungen in Südwestsachsen wie unsere Tageszeitung." Unerlässlich sind auf dem Weg der Informationsgewinnung die schnellen und digitalen Angebote, die inzwischen auch die langjährigen Leser der Printausgabe zu schätzen wüssten. "Dabei ist es unsere Aufgabe, unser Onlineportal freiepresse.de nicht nur zum Abbild der gedruckten Zeitung zu machen, sondern es mit neuen Perspektiven, wissenswerten Hintergrundinformationen und unverzichtbaren Serviceangeboten zu ergänzen."

Den Lesern den Zugang zur Zeitung zu erleichtern - dazu gehöre auch der technische Support. Arne Stuck: "Natürlich erkennen wir Berührungspunkte, mit denen wir unseren Nutzern den Umgang mit den Verlagsangeboten erleichtern können", sagt Arne Stuck. "Dazu gehören Hilfestellungen bei Installationen oder Updates." Hauptaufgabe sei es, technische Hürden im Umgang mit Digitalprodukten abzubauen, den Leserinnen und Lesern Berührungsängste zu nehmen.

Nur, wie generiert die "Freie Presse" inzwischen die wichtige Leserschaft - ganz egal, ob für das klassische Print-Abo oder die Nutzung des digitalen E-Papers? "Wir sprechen die Menschen mit unaufdringlichen, aber personalisierten, postalische Mailings an. Potenzielle Leser gewinnen wir auch bei Promotion-Aktionen.", erklärt Stuck. "Wir nutzen datenschutzrechtlich sauber aufgestelltes Telefon-Marketing, werben aber auch bei Facebook oder Google für unsere Produkte." Es sei harte Arbeit, Leserinnen und Leser zum Abschluss eines Abonnements zu bewegen. Eine gute Pflege des Miteinanders zwischen Verlag und Leserschaft bringe jedoch Vertrauen und Erfolge. "Nehmen wir Print- und Digitalabos zusammen, steigt die Nachfrage", freut sich Arne Stuck. Grund dafür ist auch die Rückbesinnung auf heimatliche Werte. "Viele Menschen kommen zurück in ihre Region, wollen dann auch zuverlässig und ausführlich über das Geschehen in ihrer Nachbarschaft informiert sein", erklärt der Leiter des Lesermarktes. "Die Nachfrage nach regionalen Inhalten erfüllen wir gut. Das findet Aufmerksamkeit bei Lesern, die sich daraufhin vielleicht auch für ein Abo entscheiden."

Lesergewinnung bleibt trotz allem ein Spagat. Das wissen auch die Mitarbeitenden aus dem Verlagswesen. "Natürlich offerieren wir unsere Zeitungsarbeit auch mit Hilfe von Probe-Abos", argumentiert Arne Stuck. "Im Interesse unserer langjährigen und treuen Leser verhindern wir aber auch, dass man sich von Probeabo zu Probeabo hangeln kann." Die Ergebnisse im Lesermarkt generieren einen wesentlichen Anteil am unternehmerischen Erfolg des Verlages. Zusätzlich freut sich Arne Stuck auch über das Qualitäts- und Kostenbewusstsein der Leserinnen und Leser. "Eine gute Zeitungsarbeit kostet Geld", sagt er. "Die Medienwelt hat in den vergangenen Jahren einen Wandel durchlebt, an deren Ende das Bewusstsein steht, dass Qualitätsjournalismus ohne Bezahlung auch im digitalen Umfeld nicht machbar ist." DasUmdenken habe nicht nur die nationale Medienbranche erreicht. Es sei ein weltweiter Trend geworden. "Medieninhalte kosten Geld. Das erleben wir auch bei Unterhaltungsangeboten wie Film- und Musikstreamings."

Das spannende Feld des Produktmanagements hat der Lesermarktexperte bis zu dieser Stelle noch gar nicht angesprochen. "Ein ganz wichtiges Thema", betont Stuck. "Vor allem im Ticketverkauf und bei Leserreisen spielt die Freie Presse eine wichtige Rolle für die Menschen in der Region." Momentan bremse Corona das Angebotsfeld noch aus. Die Planungen für künftige Touren würden aber längst laufen. "Unsere Leserreisen sind identitätsstiftend", sagt Stuck. "Wir kennen Stammgäste, die zu fast jeder Tour mitfahren wollen." Mehr als 7000 Personen waren 2019 dabei, als es darum ging, gemeinsam mit der "Freien Presse" auf Erlebnistour zu gehen. Als Alltagsflucht und kleinen Urlaub werden die Ausflüge zu spannenden Zielen angeboten. Corona macht derzeit auch noch einen Strich durch das Vorhaben, den Betrieb der Geschäftsstellen der "Freien Presse" wieder anzukurbeln. Man freue sich, an sechs Standorten in Südwestsachsen auch künftig Services wie Ticketbuchungen oder Verlagsdienstleistungen anzubieten. Zusätzlich zu den Shops in größeren Städten spreche man deshalb mit möglichen Partnern in kleineren Gemeinden, um den persönlichen Zugang zur Zeitung zu gewährleisten. "Das können künftig Touristinformationen sein", schaut Arne Stuck voraus, "aber auch Servicegeschäfte wie Lottostellen, Paketannahmen oder Einzelhändler."

Nicht zuletzt steuern die Mitarbeitenden vom Lesermarkt auch die Logistik der Zeitung und koordinieren den Kundenservice. "Etwa 220.000 Gespräche werden jährlich über unsere Service-Hotline mit Leserinnen und Lesern geführt", erklärt Stuck. "Darunter fallen Zustellhinweise, Adressänderungen oder Redaktionsanfragen." Apropos Zustellung: Insgesamt 2300 Boten sind unterwegs, um jeden Morgen die Zeitungen in der Region auszutragen. Dabei legen sie jede Nacht in Summe 18.600 Kilometer zurück, meist zu Fuß, aber auch mit dem Bus oder mit dem Auto.

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