Leser helfen: Wenn Leser Gutes tun

Der Hilfsverein der "Freien Presse" ist seit vielen Jahren ein feste Institution, wenn es darum geht, Menschen in Notlagen zu helfen.

Seit mehr als 20 Jahren engagiert sich der Verein "Leser helfen" in der Region. Von den Spendengeldern profitieren vor allem Menschen mit Behinderung, denen von anderen Stellen nicht oder nicht ausreichend geholfen werden kann. Zudem unterstützt der Verein Initiativen, die Behinderten helfen. In den zurückliegenden 13 Jahren konnten so mehr als 150 Projekte mit mittlerweile rund drei Millionen Euro finanziell unterstützt werden. Allein rund 500.000 Euro ergaben die jüngsten Spendenaktionen Ende 2020. Der Verein konnte dank der Spendenbereitschaft nicht nur alle sieben Einzelprojekte umsetzen, es steht auch zusätzlich Geld zur Verfügung, um weiteren Menschen unkompliziert und schnell in Notsituationen zu helfen.

Ein Spendenprojekt soll beispielhaft dafür stehen, wie groß die Empathie und die Solidarität der Leser der "Freien Presse" immer dann ist, wenn der Verein um Hilfe bittet.

Wenn Mia lacht, lachen alle. Und wenn die Dreijährige auf die Frage "Wer ist hübsch?", die Arme nach oben wirft und laut "Ich!" ruft, lächelt jeder. Mias Fröhlichkeit steckt an. Dabei hat die kleine Reichenbacherin in ihrem kurzem Leben Schlimmes mitgemacht. Dass sie noch lebt, ist keine Selbstverständlichkeit. Leicht haben es Mia und ihre Familie nicht. Der 35-jährige Nico Günthel hält seit Februar als Einzelkämpfer die Familie zusammen. Drei Töchter hat er - zwei davon sind behindert. Neben der kleinen Mia gibt es noch die zwölfjährige Lea, die geistig behindert ist und eine Förderschule besucht. Sie ist zwar recht selbstständig, aber nach dem Anziehen muss beispielsweise noch jemand einen Blick auf das Ergebnis werfen. Die Mittlere, die sechsjährige Michelle, ist kerngesund."

So berichtete die "Freie Presse" Anfang Dezember 2020 über die äußerst komplizierte Situation der Familie. Der größte Wunsch war ein behindertengerechtes Auto, dass der Familie die Mobilität sichert, denn sehr oft sind Fahrten zu Ärzten und Behandlungen notwendig.

Die Beiträge in der Zeitung und auf "Freie Presse"-Online lösten eine unglaubliche Reaktion aus. Ganz viele Menschen wollten der Familie aus dem Vogtland helfen. Ende April konnte Nico Günthel das Auto in Empfang nehmen. Allein das erleichtert den Alltag der Familie erheblich. Doch die Leser-Spenden ermöglichten noch mehr.

Durch die öffentliche Aufmerksamkeit hatte sich ein Hausbesitzer gemeldet, der beim zweiten großen Problem helfen konnte: der Wohnungssuche. Die Günthels wohnten zuvor im vierten Stock. Der Vater musste seine Tochter und ihren Rollstuhl bislang bis ganz nach oben tragen. Dies war für den Familienvater jedes Mal ein ziemlicher Kraftakt. Die jetzige Wohnung liegt im Erdgeschoss. Und weil im Leser-helfen-Topf durch die Großzügigkeit der Leser noch Geld übrig war, konnten der Umzug finanziert und das Badezimmer durch einige rollstuhlgerechte Elemente ergänzt werden. "Ich bin allen für ihre Hilfe sehr dankbar", sagt Nico Günthel, der noch immer überwältigt ist von diesem unerwarteten Glück, das er und seine Kinder in den letzten Monaten erfahren durften.

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