1956: Ungarischer Volksaufstand

Eine Demonstration von Studierenden entfacht in Ungarn einen Freiheitskampf. Während der Westen verbal hinter dem Protest steht, beendet die Sowjetarmee die Kämpfe blutig.

23. Oktober 1956: "Bewaffnete Provokation gescheitert", ist am 25. Oktober ein Text auf der Titelseite der "Freien Presse" überschrieben, der sich dem Volksaufstand in Ungarn widmet. Am 23. Oktober forderten Studenten der Universitäten in Budapest demokratische Veränderungen. Am Abend des selben Tages ließ die Regierung auf die Demonstranten schießen.

Nach einigen Personalien der ungarischen Politik heißt es weiter: "Konterrevolutionäre Elemente unternahmen am Dienstagabend und in der Nacht zum Mittwoch den vergeblichen Versuch, durch bewaffnete Provokationen gegen die Volksmacht in Ungarn vorzugehen. Der neu ernannte Ministerpräsident Nagy hat sofort entscheidende Maßnahmen ergriffen, um die reaktionären Umtriebe zu beenden. Auf Ersuchen der ungarischen Regierung haben an der Seite des ungarischen Militärs die auf Grund des Warschauer Vertrages in Ungarn stationierten sowjetischen Truppen zur schnellen Wiederherstellung der Ordnung eingegriffen."

Ein Blick in die Zeitungen der folgenden Tage zeigt, dass die "schnelle Wiederherstellung der Ordnung" dann doch noch eine Zeit in Anspruch nahm. So berichtet die "Freie Presse" am 28. Oktober, dass die Unruhen im Wesentlichen zusammengebrochen seien.

Am 3. November widmet die Redaktion unter der Überschrift "Die tragischen Ereignisse in Ungarn" eine dreiviertel Seite den Unruhen: "Wir wissen, dass sich in letzter Zeit die Lage in Ungarn infolge großer wirtschaftlicher Schwierigkeiten, der Unzufriedenheit der Werktätigen über die großen Fehler der früheren Regierung und über den trotz aller Erfolge noch niedrigen Stand der Lebenshaltung des Volkes schnell zugespitzt hat."

Der Freiheitskampf, der auf beiden Seiten mehr als 3000 Tote forderte, endete mit dem Einmarsch der Sowjetarmee. Der Westen stand hinter den Forderungen der Demonstranten, die Nato hielt sich aber mit einer militärischen Konfrontation gegen die Staaten des Warschauer Paktes zurück. (cw)

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Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages zum Volksaufstand

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