1958: Gedenken an NS-Opfer in Buchenwald

Die Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald wird eingeweiht. Sie ist bis heute ein Symbol für die Terrorherrschaft des Nationalsozialismus.

14. September 1958: Auf dem Ettersberg bei Weimar wird die Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald eingeweiht. "Mit dieser monumentalen Gedenkstätte der internationalen Widerstandsbewegung hat die Deutsche Demokratische Republik, dem Vermächtnis der teuren Toten entsprechend, ein bleibendes Mahnmal entstehen lassen. Die Einweihungsfeierlichkeiten waren der Höhepunkt von Tagen gemeinsamer Begegnungen und Aussprachen zwischen ehemaligen Internierten, Deportierten und Partisanen aus allen Teilen des Kontinents", heißt es in einem Bericht der "Volksstimme" - dem zu dieser Zeiten inhaltlich identischen Blatt der "Freien Presse" in der Region Chemnitz und Erzgebirge.

Buchenwald erinnert nicht nur an die Grausamkeiten des NS-Terrors, sondern auch an den selbstorganisierten Widerstand der Gefangenen. Inhaftierte aus unterschiedlichen Ländern etablierten in Buchenwald konspirative Netzwerke wie beispielsweise das kommunistische "Internationale Lagerkomitee". Gleichzeitig versuchten sie, die Gewaltexzesse der SS im Rahmen des Möglichen einzudämmen. Insgesamt waren etwa 266.000 Menschen in Buchenwald inhaftiert. Die Anzahl der Todesopfer, einschließlich der auf den Todesmärschen Gestorbenen, wird auf etwa 56.000 geschätzt.

Wie wichtig das Erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialismus ist, zeigt sich heutzutage in der zunehmenden Geschichtsvergessenheit, aber auch in relativierenden Ansichten zu dieser Zeit sowie neurechten Tendenzen. Vor der Coronapandemie verzeichneten die Gedenkstätten in Deutschland ein wachsendes Besucherinteresse, vor allem auch durch ausländische Besucher. Durchschnittlich mehr als 2,5 Millionen Menschen besuchten pro Jahr die bekannteren deutschen KZ-Gedenkstätten Dachau, Neuengamme, Sachsenhausen, Bergen-Belsen, Flossenbürg und Ravensbrück und Buchenwald. Die Gedenkorte und Gedenkstätten können kostenlos besichtigt werden. Aktuell ist das aufgrund der Coronapandemie nicht möglich.

Vor der Pandemie, im Frühjahr 2019, hat Kulturredakteurin Katharina Leuoth eine Jugendweihefahrt zur Gedenkstätte Buchenwald begleitet. Die Jugendliche aus verschiedenen Chemnitzer Schulen sowie einer Schule aus Burgstädt sagten vor der Reise selbst, dass sie nicht so viel über das Thema wissen. Doch einmal in der Gedenkstätte Buchenwald unterwegs, machen sie sich ihre Gedanken. (cw/fp)

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