1959: Neue Flagge für die DDR

Der Verkauf von Flaggen mit Hammer, Sichel und Ährenkranz beginnt. Zum Einsatz kamen sie in DDR-Zeiten oft.

1. Oktober 1959: Die DDR führt auf ihrer Flagge das Staatswappen ein. Bis dahin hatten beide deutsche Staaten identische Flaggen. Künftigen zieren Hammel, Sichel und Ährenkranz die Fahne. Der Hammer symbolisierte die Arbeiterklasse, der Ährenkranz die Klasse der Bauern und der Zirkel die soziale Schicht der Intelligenz.

Mit dem Verkauf sollte direkt nach der Sitzung der Volkskammer begonnen werden. Die Sitzung fand am 30. September statt. Aber schon einige Tage früher, am 25. September, berichtete die "Freie Presse" über die bevorstehende Einführung des neuen Staatswappens. "Die Fahnen werden in drei verschiedenen Größen angeboten. Auch die Embleme wurden in drei Größen hergestellt, damit die Bevölkerung die Gelegenheit hat, vorhandene Fahnen mit dem Staatswappen zu versehen."

Zum Einsatz kamen die Fahnen zu DDR-Zeiten oft. Bei den Gedenkfeiern, Staatsfeiertagen, Parteitagen und Festspielen spielten sie eine wichtige Rolle zu. Öffentliche Gebäude, Häuser und Straßen wurden beflaggt. Die Gestaltung und die Ausschmückung des öffentlichen Raums wurden teils akribisch vorbereitet.

Als am 9. November 1989 die Mauer fiel und kurze Zeit später der Ruf "Wir sind das Volk" erscholl, wehten auch schwarz-rot-goldene Fahnen mit einem Loch in der Mitte: Das Staatswappen der DDR war herausgeschnitten worden. Offiziell wurde die DDR-Flagge bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 beibehalten. Das Wappen allerdings geriet schon früher außer Gebrauch, nachdem die erste freigewählte Volkskammer der DDR am 31. Mai 1990 beschlossen hatte: "Alle Staatswappen, die sich in und an öffentlichen Gebäuden befinden, sind unverzüglich, spätestens jedoch in Wochenfrist, zu entfernen. Wo dies aus technischen oder finanziellen Gründen nicht möglich ist, ist das Wappen zu verdecken." (cw)

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