1988: Abrüstungsvertrag

In einem Klima weltweiter Entspannung vereinbaren Ronald Reagan und Michail Gorbatschow die Abrüstung nuklearer Mittelstreckenwaffen.

1. Juni 1988: US-Präsident Ronald Reagan und der Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, unterzeichnen in Moskau die Ratifizierungsurkunden zum INF-Vertrag. INF steht für Intermediate Range Nuclear Forces und bezeichnet die Nuklearwaffen mit mittlerer Reichweite. "Ronald Reagan nannte den Augenblick historisch. Erstmals werde eine ganze Klasse von Nuklearraketen beider Länder vernichtet, erstmals werde ein System strengster Abrüstungskontrolle durchgesetzt, erstmals arbeiten Inspektionsteams im jeweils anderen Land", heißt es in einem Bericht der "Freien Presse". Dem Vertrag zufolge sollen in in den folgenden drei Jahren alle landgestützten Raketen mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern vernichtet werden. Laut Gorbatschow wurde mit dem Vertrag eine Epoche der nuklearen Abrüstung begonnen. Damit sei der erste Schritt zu einer Welt ohne Kernwaffen, zu einer Welt ohne Gewalt getan. Das Treffen in Moskau war das vierte Gipfeltreffen von Reagan und Gorbatschow. Es fand in einem Klima der Entspannung zwischen den beiden Weltmächten statt und wirkte sich auch auf die Beziehungen Deutschlands und der DDR zur Sowjetunion aus. Die Nationale Volksarmee verfügte über keinerlei Waffensysteme, die unter den Vertrag fielen. Beide deutschen Länder waren allerdings potenzielles Zielgebiet für den Erstschlag. (cw)

Der Abrüstungsvertrag erklärt beim Bundesministerium für Verteidigung

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