2003: FC Erzgebirge Aue zieht in zweite Liga ein

Der FC Erzgebirge erfüllte sich den Traum von der 2. Bundesliga. Der Aufstieg wurde ausgerechnet beim Lokalrivalen in Dresden perfekt gemacht.

1. Juni 2003: Es war ein veilchenblaues Fest im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion. Rund 7000 Fans des FC Erzgebirge Aue waren in die sächsische Landeshauptstadt gereist, um die Mannschaft für den lang ersehnten Aufstieg von der Regionalliga in die 2. Bundesliga anzutreiben. Und es hat geklappt. Mit einem schwer erkämpften, am Ende aber hochverdienten 4:1-Sieg beim Dresdner SC wurde der Aufstieg perfekt gemacht. Der Jubel der Fans fand fast keine Grenzen. In purer Glückseligkeit überfluteten sie den Rasen des Stadions. Sie befanden sich im veilchenblauen Fußball-Himmel.

 

Der "Vater des Erfolgs" hieß damals Gerd Schädlich. Er hatte es geschafft die Auer Mannschaft von einem Abstiegskandidaten zu einem Aufsteiger zu formen.

Am 1. Juli 1999 hatte der damals 46-jährige Gerd Schädlich das Amt des Cheftrainers bei dem erzgebirgischen Fußballverein übernommen. Sofort im ersten Jahr qualifizierte sich Aue für die neu gegründete Regionalliga Nord. Außerdem schaffte es der Verein, sich erstmals seit 1991/92 für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Dort verlor Aue allerdings mit 0:3 gegen den Hamburger SV. Nach einem 7. Platz in der Saison 2000/01 und einem 9. Platz (2001/02) hatte es Schädlich im dritten Anlauf geschafft und führte den FC Erzgebirge Aue in die 2. Bundesliga.

Für Präsident Uwe Leonhardt war das Projekt Aufstieg des FC Erzgebirge ein kollektiver Erfolg. "Wir haben das Schritt für Schritt aufgebaut. Das ist heute die Krönung", sagte er direkt nach dem Sieg gegen Dresden. Jeder im Verein habe dafür einen Beitrag geleistet, vom Vorstand über den Trainer, das Team und die Fans. Bei der Rückkehr der Mannschaft nach Aue feierte die ganze Stadt ein rauschendes Fußballfest. Für viele Fans wurde mit dem Aufstieg ein Traum wahr.

Im Dezember 2007 trat Schädlich nach einer 0:5-Niederlage beim TSV 1860 München im letzten Spiel vor der Winterpause zurück. Auch unter dem neuen Cheftrainer Roland Seitz rangierte der Verein weiter auf einem Abstiegsplatz. Am 21. April 2008 trennte sich der Verein von Seitz. Nachfolger wurde Heiko Weber, der jedoch den Abstieg in die neugegründete 3. Liga erwartungsgemäß nicht mehr verhindern konnte. So blieb die Geschichte des FC Erzgebirge in den Jahren 2008 bis 2016 wechselvoll mit Abstiegen und Aufstiegen zwischen der 3. Liga und der 2. Bundesliga. Doch in den vergangenen fünf Jahren konnte sich die Mannschaft in der Klasse behaupten. Auch in der noch laufenden Saison stehen die erforderlichen Punkte für den Verbleib des FCE in der 2. Bundesliga bereits auf dem Konto. (cul)

Zum 75. Vereinsjubiläum des FC Erzgebirge Aue blickte die "Freie Presse" im März mit siebeneinhalb Geschichten auf siebeneinhalb Jahrzehnte Auer Fußball zurück.

Originalzeitungsseite (6. Juni 2003)

Originalzeitungsseite (10. Juni 2003)

Höhepunkte und Wegmarken in 75 Jahren Vereinsgeschichte

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