Viel nationale Konkurrenz am Schwanenteich

Die Leichtathleten der LG Mittweida haben kurzfristig das Sommersportfest ins Leben gerufen. Dieses nutzten vor allem die Sportler aus anderen Bundesländern.

Mittweida.

In den vergangenen Wochen kam die Nord- und Ostsee als Reiseziel für viele Bürger in Frage. Nun zeigte sich, dass es auch anders herum geht. Egal ob aus dem Norden, Süden, Osten oder Westen - am Samstag strömten Leichtathleten aus allen Himmelsrichtungen in das Mittweidaer Stadion am Schwanenteich. Grund dafür war das Sommersportfest, das von der LG Mittweida veranstaltet wurde. Die Aktiven, die aus elf Bundesländern angereist waren, lieferten sich spannende Wettkämpfe, die in dieser Größenordnung anfangs gar nicht für möglich gehalten wurden.

"Das Sportfest wurde ein wenig aus der Not heraus geboren. Es war eigentlich nur als ein kleiner Wettkampf geplant, damit unsere Sportler und einige aus der Umgebung wieder Leichtathletik betreiben können", sagt LG-Trainer Michael Sperling. Er habe mit maximal 100Teilnehmern gerechnet. Doch nachdem die Ausschreibung im Internet hochgeladen worden war, wurde binnen kurzer Zeit eine Anmeldung nach der anderen eingereicht. "Es ging so weit, dass wir früher als vorgesehen einen Meldestopp verfügen mussten", so Sperling. 165Leichtathleten haben letztlich Platz auf der Tribüne im Mittweidaer Stadion gefunden. "Mit noch mehr Teilnehmern wäre es schwer geworden, alle Hygieneregeln einzuhalten." Lediglich drei der sechs blauen Tartanbahnen wurden genutzt, auf Staffelläufe wurde verzichtet. Bei einem Sportfest mit ausschließlich sächsischen Athleten wären die Regeln etwas lockerer gewesen. Aber da viele Aktive in den Freistaat ein- und wieder ausreisten, mussten strengere Anordnungen eingehalten werden.

Der Hamburger SV ist gleich mit acht Leichtathleten nach Sachsen gereist. "Wir sind knapp fünf Stunden gefahren, um hier in Mittweida zu starten", berichtet Manuel Mordi, der in der Altersklasse U 18 den HSV vertritt. Für die Hansestädter, die bereits am Freitag ihr Nachtquartier in Falkenhain bezogen, ist es der erste richtige Wettkampf seit der Corona-Zwangspause. Für Meret Joeris vom USC Mainz ist es der zweite. Am Donnerstag war die 16-Jährige bei der Mid-Summer-Track-Night in Dresden im Starterfeld. "Ich versuche, so viel wie möglich mitzunehmen. Dafür fahre ich auch gern bis nach Sachsen." In Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen oder Hessen gäbe es derzeit noch keine Leichtathletikveranstaltungen. Die Mainzerin kam auf der für sie fremden Bahn prima zurecht und schaffte über die 400 Meter Hürden gleich die Kader-Norm. Das gute Abschneiden lag einer unkonventionellen Trainingsmethode zugrunde. Die Laufspezialistin konnte lange Zeit nur auf dem Asphalt der Straße in ihrer Wohngegend trainieren.

Einige Mittweidaer Athleten landeten auf vorderen Plätzen. Ulrike Schmidt gewann das Speerwerfen in der Altersklasse U 18 mit 43,01 Metern. Beim Diskuswerfen in dieser Altersklasse landeten Jara Graf (38,37 m) und Jessica Vasold (36,41 m) auf den Plätzen 2 und 3. Charlotte Handke gewann in der U20 den 100-Meter-Sprint in 13,07Sekunden. In der AK U 18 warf Niels Keutel den Speer auf 45,45 m und damit zum Sieg, über 100 m wurde er in 12,47 s Zweiter. Die Mittweidaerin Sandy Uhlig, die inzwischen für den SV Halle startet, gewann das Diskuswerfen der Frauen mit 48,39 m.

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