1,4 Millionen Euro: Plauens neue Blitzer füllen die Stadtkasse

"Gewitter" an der Dresdner Straße: Seit August 2018 löste der neue Blitzer dort 25.243 Mal aus. Die Stadt Plauen kassiert, aber sie erzielt auch Wirkung.

Plauen.

Auf Plauens Straßen hat es im Vorjahr 58.900 Mal geblitzt. Bezogen auf die 65.148 Einwohner - so viele sind es nach Angaben des Statistischen Landesamtes mit Kindern und fahrzeuglosen Senioren - hat es damit fast jeden erwischt. Im Vergleich zum Jahr 2017 mit 41.000 Tempoverstößen vermeldete die Bußgeldstelle eine Steigerung um 43 Prozent.

Auch die Einnahmen durch Verwarnungen und Bußgelder sind in diesem Zeitraum kräftig gestiegen. Von 1,04 Millionen Euro kletterten sie auf den Rekordwert von 1,425 Millionen Euro - das ist ein Plus von 37 Prozent.

Ein Blick nur wenige Jahre zurück zeigt eine anhaltend rasante Entwicklung in diesem Bereich. 2015 gab es in Plauen 17.200 überführte Temposünder und 538.000 Euro Einnahmen. 2013 nahm die Kommune bei 11.000 Geschwindigkeitsübertretungen 357.200 Euro ein. Innerhalb von fünf Jahren haben sich folglich die nachgewiesenen Tempoverstöße verfünffacht. Die Stadt konnte ihre Einnahmen in diesem Zeitraum vervierfachen. Einen wichtigen Anteil am jüngsten Zuwachs hat die Inbetriebnahme neuer Anlagen zur Geschwindigkeitsüberwachung an den Bundesstraßen 92 und 173, insbesondere der Doppel-Blitzer an der Dresdner Straße. In der Einflugschneise der B 173 nach Plauen sind seit Inbetriebnahme im August 2018 in beiden Fahrtrichtungen insgesamt 25.243 Temposünder geblitzt worden.

Hingegen sank die Anzahl der auf der Pausaer Straße überführten Temposünder von 12.067 (2017) auf 7641 im vorigen Jahr. Ähnlich ist die Entwicklung auf der Friedensstraße: Während dort 2017 in beiden Richtungen insgesamt 13.725 Verstöße festgestellt wurden, ging der Wert 2018 auf 10.640 zurück.

"Bereits im Vorfeld gab es Prognosen, dass in den ersten Jahren die Fallzahlen der Verstöße höher ausfallen würden als in den Folgejahren", erklärt die Stadtverwaltung und spricht von "allgemein bekannten Entwicklungen, die sich auch in Plauen bewahrheitet haben". Der disziplinarische Effekt der Geschwindigkeitsüberwachung stelle sich ein - die Verkehrsteilnehmer fahren an den überwachten Stellen generell langsamer. Die stationären Blitzer seien "an besonderen Gefahrenbereichen" aufgestellt worden, argumentiert das Rathaus. Das treffe auch auf die Dresdener Straße zu, bei der es jetzt die Rekordwerte gab. Dieser Bereich "war ein Unfallschwerpunkt und daher mehrfach Thema in der Unfallkommission", erklärt die Stadt. Bereits nach den ersten Monaten sei die Anzahl der Verstöße dort stark rückläufig.


Auf und Ab bei Verstößen

Plauens Blitzer-Ranking führt von der neuen Geschwindigkeitsüberwachung an der Dresdener Straße an. Seit Inbetriebnahme im August wurden 2018 in beiden Fahrtrichtungen 25.243 Verstöße registriert.

Mit Abstand folgt der Blitzer Friedensstraße in Richtung Dittrichplatz auf Rang 2: 6884 Verstöße. 2017, seit Juni in Betrieb, waren es dort 7843. Rang 3: Pausaer Straße stadteinwärts: 4288 (2017: 7413). Weiter: Friedensstraße in Richtung Oberer Bahnhof: 3756 (2017, seit April in Betrieb: 5882), Pausaer Straße stadtauswärts: 3354 (2017: 4654), Oelsnitzer Straße stadteinwärts: 1676 (2017: 3155).

Mobile Tempokontrollen weisen ebenfalls einen Zuwachs der Verstöße aus. Aus dem weißen Skoda Roomster heraus wurden 12.683 Fälle dokumentiert, 2017 waren es 11.318. (ur)

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