15 neue Zonen mit Tempo 30

Vor Kitas, Schulen und Seniorenheimen kann die Geschwindigkeit leichter reduziert werden als bisher - davon wird auch Gebrauch gemacht. Der Kreiselternrat sieht trotzdem Nachholbedarf.

Auerbach/Plauen.

Seit Ende 2016 ist es einfacher, Tempo 30 unmittelbar vor Kindertagesstätten, Schulen, Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern anzuordnen. Und dies auch an Bundes- , Staats- und Kreisstraßen. Bisher habe es dafür eine "recht hohe Hürde" gegeben, sagt Constanze Spranger, Leiterin der Verkehrsbehörde im Landratsamt. Seit 30. November 2016 gelte eine neue Verordnung. "Voraussetzung ist, dass die Einrichtung über einen direkten Zugang zur Straße verfügt oder im Nahbereich starker Ziel- und Quellverkehr mit all seinen kritischen Begleiterscheinungen vorhanden ist", erläutert sie.

Die Geschwindigkeitsbeschränkung kann für maximal 300 Meter gelten und ist auf die Öffnungszeiten zu begrenzen, soweit es solche gibt. "Ein gesetzliches ,Muss' entsteht aber daraus nicht. Es ist immer im Einzelfall abzuwägen."

Die Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt ist zuständig für die entsprechende Anordnung - außer in den Großen Kreisstädten, die eigenständig agieren. Die Straßenverkehrsbehörde entscheide nach Abstimmung mit Baulastträger, Kommune, Verkehrsverbund und Polizei. In 15 Fällen habe man inzwischen Tempo 30 angeordnet, so Constanze Spranger. Und zwar vor acht Schulen und Förderschulen (in Rodewisch, Werda, zweimal in Markneukirchen, Grünbach, Schöneck, Jocketa, Theuma), vor vier Kitas (in Rodewisch, Tannenbergsthal, Falkenstein und Adorf) sowie drei Pflegeheimen und Seniorenzentren (in Lengenfeld, Grünbach und Markneukirchen).

Oft wünschten sich Eltern Geschwindigkeitsbegrenzungen an den Straßen, wo der Schulweg entlangführt oder zur nächsten Bushaltestelle, so Constanze Spranger: "Die Novelle ist aber nur bei den genannten Voraussetzungen anzuwenden. Das ist in der Praxis mitunter nicht immer einfach vermittelbar."

René Brückmann vom Kreiselternrat spricht zwar von einer deutlichen Verbesserung, sieht aber immer noch "großen Nachholbedarf, um den Schulweg unserer Kinder sicherer zu machen". Er meint: "Eigentlich müsste vor jeder Schule im Vogtlandkreis Tempo 30 gelten. Und wir haben 88 Schulen." Größte Gefahrenquellen sind aus seiner Sicht die Bushaltestellen vor den Schulen in Verbindung mit den "Eltern-Taxis": "Das sind die Knackpunkte, die Situation eskaliert dort regelmäßig."

In Auerbach ist nach Erlass der neuen Richtlinie an weiteren zwei Orten Tempo 30 eingeführt worden, und zwar am Pflegeheim Sonnenresidenz in Hohengrün sowie vor der Kita Sonnenschein am Hainberg. Weitere Anträge lägen nicht vor. In die Gesamtabwägung müsse auch ein möglicher Sicherheitsgewinn durch Fußgängerüberweg, Sperrgitter oder Ampeln mit einbezogen werden, erklärt man im Rathaus.

Plauen habe bereits viele solcher Regelungen, heißt es aus der Verwaltung. Dort darf nun zusätzlich vor den Kitas in der Haselbrunner Straße sowie in Thiergarten maximal 30 gefahren werden. Für den Kindergarten Großfriesen hat man darauf verzichtet, weil der Eingang in einem verkehrsberuhigten Bereich liege. Außerdem gibt es neuerdings Geschwindigkeitsbeschränkungen vor den Grundschulen in Neundorf und Reusa.

Die Stadt Oelsnitz hat von der Regelung bislang keinen Gebrauch gemacht, weil bereits vorher vor Kindergärten und Schulen Tempo 30 galt.

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