2000 Besucher bei Gutshoffest

Eine neue Ausgabe des Oberlauterbacher Mühlteich- und Gutshoffestes zog Scharen an. Viele deckten sich mit regionalen Produkten ein.

Oberlauterbach.

Das Wetter wirkt wenig einladend: wolkenverhangener Himmel, aus dem es über weite Strecken nieselt. Ein Grund, das Mühlteich- und Gutshoffest im ehemaligen Oberlauterbacher Rittergut sausen zu lassen, ist das aber offensichtlich nicht. Wo das Natur- und Umweltzentrum Vogtland (Nuz) seinen Sitz hat, stauen sich am Donnerstag die Besucher. Und wie immer bei solchen Veranstaltungen bestimmt Selbstgemachtes und -angebautes das Bild: von Brotaufstrichen, Hustensaft, Wurst, Obst und Kräutern bis zu frisch Gebackenem und Gegrilltem. Mittendrin hatten Ausstellungen und die Holzwerkstatt geöffnet.

Mühlteich- und Gutshoffest in Oberlauterbach - das heißt auch immer: Es gibt frischen Fisch. 200 Kilogramm Karpfen und 30 Kilogramm Forellen hatte die Fischereigenossenschaft Plauen diesmal herangeschafft. Verkauft wurde im Akkord. "Trotz Regenwetters ist die Schlange lang", sagte Reiner Zschaschke vom Nuz nicht ohne Staunen. Er stand Rede und Antwort, wenn den vier Genossenschaftsmitarbeitern keine Zeit für beratende Worte blieb. Tschaschke erklärte Besuchern auch, wer gleich neben dem Verkaufstisch in zwei Aquarien schwamm - und Glück hatte, nicht in der Pfanne zu landen. "Das sind junge Fische, die wieder in den Teich zurückkommen", sagte er. Karpfen, eine Regenbogenforelle, Schleien, auch ein Hecht und Wels äugten ihren Betrachtern entgegen.


Alle zwei Jahre wird der Mühlteich auf der gegenüberliegenden Straßenseite abgefischt. Diesmal blieben dessen Bewohner verschont. "Voriges Jahr konnten wir ihn durch die Trockenheit zum ersten Mal nicht wieder besetzen", erzählte Reiner Tschaschke. Das wurde im Frühjahr nachgeholt. Für etwa 300 Karpfen und Schleien ist der Mühlteich Heimat. Dazu kommen Fische wie Moderlieschen und Barsche, die im Laich-Stadium Wasservögel an Füßen und Federn aus anderen Teichen mitbrachten.

Nicky Westphal kennt sich mit fleischfressenden Pflanzen aus. Der Reichenbacher verkaufte Exemplare unterschiedlicher Arten aus eigener Zucht. "Es interessieren sich schon viele Leute dafür, sie trauen sich aber wegen der Mythen nicht", sagte er. Die Haltung solcher Pflanzen hat den Ruf, kompliziert zu sein. Stimmt gar nicht, sagte der Fachmann. "Sie sind sogar ziemlich dankbar. Solange man alles richtig macht." Richtig heißt: Regenwasser verwenden und einen hellen Standort aussuchen. Venusfliegenfalle und Sonnentau hatte Nicky Westphal dabei. Zwergkrug, Fettkraut und Kannenpflanze auch. Letztere wusste mit ihren Fangwerkzeugen zu beeindrucken. Westphal zufolge geht es aber noch viel größer: "Manche haben bis zu zehn Liter Fassungsvermögen."

28 Händler aus der Region bauten im Gelände ihre Stände auf. Mit dem Zuspruch war Hausherr Jürgen Geiser schon am Vormittag zufrieden. Er schätzte die Besucherzahl auf fast 2000. Sein Fazit: "Das sind mehr als gedacht bei diesem Wetter."

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