22 Ärzte wollen nach Aufruf helfen

Der Infektionsschutzkrisenstab des Landkreises hat am Donnerstag erneut getagt. Die Kreisbehörde teilte Ergebnisse mit.

Auf einen Aufruf des Kreisgesundheitsamtes an Ärzte im Ruhestand und Medizinstudenten zur Unterstützung in der Coronakrise haben sich bisher 22 Ärzte gemeldet und Hilfe angeboten. Darüber informierte das Landratsamt am Freitag. Zugleich teilte die Behörde Ergebnisse einer Sitzung des Infektionsschutzkrisenstabes mit.

Dem Gremium gehören Vertreter des Rettungszweckverbandes, der Polizei, der Bundeswehr, aller Akutkrankenhäuser der Region, niedergelassene Ärzte sowie des Landratsamtes an. Das Motto sei "Vorbereiten statt Hinterherlaufen", um sich bestmöglich für die Bewältigung der Coronakrise zu wappnen, so Pressesprecher Uwe Heinl. Das Landratsamt sei arbeitsfähig und konzentriere sich auf Erfüllung seiner Kernaufgaben. Das Gesundheitsamt werde von anderen Bereichen der Behörde unterstützt, da die Anzahl der Anrufe an den Hotlines sowie schriftliche Anfragen auf jeweils rund 300 pro Tag drastisch gestiegen seien. Auch das Nachverfolgen von Kontakten infizierter Personen sei zeitintensiv. In einer am Freitag veröffentlichten Videobotschaft bezifferte Landrat Rolf Keil (CDU) die inzwischen erreichten Verdachtsfälle auf mehr als 160 Menschen. Zudem seien rund 450 "häusliche Absonderungen" vorsorglich angeordnet. Diese gelten für unmittelbare Kontakte von Infizierten.

Eine Herausforderung stelle derzeit bundesweit das Beschaffen von Schutzbekleidung dar. Der Landkreis habe dazu Angebote vorliegen, die er prüfe. Intensiviert werde die Zusammenarbeit des Gesundheitsamtes mit Ordnungsämtern und Polizei, um die erlassenen Allgemeinverfügungen durchzusetzen. Zugleich trifft die Kreisbehörde "logistische und personelle Vorbereitungen, um im Bedarfsfall sofort reagieren zu können und weitere Corona-Portalpraxen" zu eröffnen. Diskutiert worden sei erneut der Ansatz, gegebenenfalls Reha-Kliniken in Notpflegeeinrichtungen umzuwandeln. "Die Maßnahmen, die im Hintergrund vorgedacht und vorbereitet werden, dienen dazu, sich auf einen weiteren Anstieg der Infektionen vorzubereiten und kritische Infrastrukturen zu sichern", heißt es abschließend. (us)


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