25 Jahre Familienverband: Wie geht's weiter?

Eltern-Kind-Treff, Vorträge, Handarbeitskreis: Der kreisweite Ableger in Auerbach leistet viel. Keiner brennt so für den Verein wie Jutta Staudt. Zum Jubiläum treibt die Vorsitzende auch die Zukunftsfrage um.

Auerbach.

Wer Jutta Staudt kennt, weiß, dass die 71-Jährige nicht an Herzdrücken stirbt, wenn es darum geht, Unterstützung für den Familienverband zu organisieren. Seit 25 Jahren existiert der kreisweite Ableger des Deutschen Familienverbandes mit Sitz in Auerbach. Und Jutta Staudt war es, die als damalige Beigeordnete im alten Landkreis Auerbach den Aufbau hier organisierte. Am heutigen Freitag wird das Jubiläum gefeiert, die Vorsitzende erwartet bis zu 30 Gäste in der Awoteria.

Mitglieder zähle man derzeit 28, die Städte Auerbach, Rodewisch, das Klinikum Obergöltzsch und der Waldpark Grünheide sind vier davon. Jutta Staudt macht keinen Hehl daraus, dass es Probleme gibt, Nachwuchs zu finden. Sie selbst habe sich einmal geschworen mit 70 an einen Nachfolger abzugeben, nun werde die bald 72, sagt sie leicht resigniert.

Die ehrenamtliche Arbeit für den Familienverband scheint nicht einfach: Staudt berichtet von aufwendigen Fördergeldbeantragungen beim Landkreis und beim Freistaat, die jährlich immer wieder anfallen, und beklagt dabei das starre System. Oft käme das Geld nicht rechtzeitig, kurzfristig Projekte gefördert zu bekommen, sei fast unmöglich. Allerdings lobt die Ex-CDU-Stadträtin die Stadt Auerbach: "Der Herr Oberbürgermeister hat mich immer unterstützt", windet sie Manfred Deckert (parteilos) ein Kränzchen. Umgekehrt zollt dieser dem Engagement der Familienverband-Ehrenamtler "großen Respekt". Der Familienverband sei ein wichtiger gesellschaftlicher Partner in der Familienstadt Auerbach. Und vor allem für junge Familien eine zuverlässige und kompetente Anlaufstelle.

Denn das Geld, das Jutta Staudt und ihre Mitstreiter auftreiben, fließt in die Angebote: Einmal wöchentlich sind Eltern von Kleinkindern zu einem gemeinsamen Frühstück mit ihren Sprösslingen in die Vereinsräume an der Andreas-Schubert-Straße 19 eingeladen - jeweils Dienstagvormittag.

Die ehemalige Kinderkrippe im Neubaugebiet ist seit 2005 Domizil des Verbandes. Dort finden auch regelmäßig Vorträge zu familienpolitischen Themen statt. Zudem trifft sich dort vierzehntägig der Handarbeitskreis "Flinke Nadeln". Dort werden zum Beispiel auch kleine Aufmerksamkeiten für Brustkrebspatientinnen in Rodewisch gefertigt.

Unterstützung und Rat für Familien im Alltag - das ist das primäre Ziel des Verbandes. Dabei im Mittelpunkt: die Kinder. Gesellschaftliche Veränderungen beobachtet Staudt deshalb kritisch. Eltern, die sich aus ihrer Sicht zu wenig Zeit für ihre Kinder und deren Erziehung nehmen, zu bequem seien und zu häufig aufs Handy starrten, als sich auf die Kleinen zu konzentrieren, bekommen das von der engagierten Vereinsvorsitzenden prompt gesagt.

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