95-Jährige hofft auf Kleingärtner-Nachwuchs

Nicht nur die Rodewischer Gartenanlage Am Bahnhofsweg ist in die Jahre gekommen, auch etliche ihrer Mitglieder. Das Sommerfest wird trotzdem gefeiert.

Rodewisch.

Das Sommerfest der Kleingartensparte am Bahnhofsweg in Rodewisch ist Kult. Die Anlage besteht seit 95 Jahren. Doch wann das das erste Sommerfest gefeiert wurde, kann heute keiner mehr sagen. "Es müsste Anfang der 1950er Jahre gewesen sein", vermutet die 73-jährige Ursula Krautter. Seit 1970 hat sie dort ihren Garten und ist noch im Vorstand aktiv. "Wir waren damals Kinder und hatten viel Spaß an der Rutsche und der Seilbahn. Ich erinnere mich noch an den Lampionumzug, vorneweg die Rodewischer Blasmusikanten mit Bläserlegende Arthur Keck. Damals wurde auch die große Eiche vor dem Schreberheim gepflanzt, die inzwischen so schön Schatten spendet", erinnert sich Krautter, die natürlich auch beim jüngsten Gartenfest dabei war.

Zur Wende drohte dem Fest das Aus. "Doch wir wollten es nicht sterben lassen", sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Stefan Kruppa (66). Weil die Kleingärtner das Fest nicht mehr alleine schultern konnten, holten sie sich Unterstützung von anderen Rodewischer Vereinen.

Vor einigen Jahren hatten ein paar junge Leute die Organisation des Festes übernommen, doch die seien schnell wieder abgesprungen, erzählen die Vorstandsmitglieder. Fast alle in die Jahre gekommen, haben sie das Zepter wieder in die Hand genommen. Den Vorsitz hat Norbert Müller (60) inne. Stets mit im Einsatz ist der ehemalige Vereinschef Wolfgang Gerisch, der den Verein über 20 Jahre geleitet hat und aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste. "Er und seine Familie sind die Seele unseres Vereins", betont Kruppa. Der harte Kern, der das Sommerfest ausrichtet, besteht aus etwa 15 Leuten und Helfern, wie dem 45-jährigen René Nowak. Er sorgt dafür, dass die Gartenanlage am Abend stimmungsvoll beleuchtet ist. Auch diesmal hatten sich die Kleingärtner wieder viel Mühe gegeben. Die Frauen hatten Kuchen gebacken und die Kameraden der Rodewischer Feuerwehr haben gegrillt. Die Kinder hatten ihren Spaß bei Hüpfburg, Ballwerfen, Basteln und Streichelzoo.

In Sorge ist der Verein um den Fortbestand der Gartenanlage. Viele Mitglieder haben aus Altersgründen ihren Garten aufgegeben: Die Anlage zählt 140 Gärten; von denen inzwischen etliche nicht mehr bewirtschaftet werden. " Acht konnten wir in letzter Zeit an junge Leute vergeben, aber es sind noch viele frei. Alle Parzellen haben Wasser-und Stromanschluss, hofft so Stefan Kruppa auf Interessenten.

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