Adorf rüstet sich für Riesensause

Der Tag der Vogtländer macht in einem Monat im oberen Vogtland Station. Warum der 8. September vor allem logistisch zum Großkampftag wird.

Der längste Marktplatz des Vogtlandes ist am 8. September das Festzentrum - so wie 2012, als rund 1000 Besucher zum Stadt- und Gewerbefest den mit 333 Metern längsten Biertisch im Vogtland bildeten.

Von Ronny Hager

Wer noch nicht weiß, was er am 8. und 9. September anfängt, für den hat Adorfs Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) einen Tipp. "Es kann an dem Wochenende nur einen Weg geben. Und der führt nach Adorf", betont das Stadtoberhaupt mit jeder Menge guter Gründe: Der 19. Tag der Vogtländer und das Jubiläum 725 Jahre Stadt Adorf sollen eine fünfstellige Besucherzahl anlocken. Stadt und Landkreis stellten das Programm und den Rahmen des Festes jetzt vor.

Haupt-Attraktion des Tages der Vogtländer am 8. September ist der große Festumzug mit 61 Bildern, dargestellt von 1080 Mitwirkenden, 63 Fahrzeugen und 44 Pferden. Start ist 12.30 Uhr am Bahnhof - auch wegen geografischer Gegebenheiten ist die Umzugsstrecke (B 283 - B 92 - Lessingstraße - Goethestraße - Goesmannstraße - Reinhold-Becker-Straße - Markt) vergleichsweise kurz. "Aber da ist eine Menge Berg drin", weiß Landrat Rolf Keil (CDU). Aufgestellt wird der Zug auf der Bahnhofstraße, der Adorfer Tross auf der Zufahrt zum Lebensgarten. In anderthalb Wochen werden auf den Straßen die Nummern der Bilder aufgemalt - Beteiligte können sich vorher anschauen, wo sie sich aufstellen.

Die Anfahrt: Eine große Herausforderung ist das Parken. An allen Hauptzufahrten (aus Oelsnitz, Bad Elster, Markneukirchen, Arnsgrün) sollen Großparkplätze ausgewiesen werden. In Bad Elster wird der Großparkplatz am Ortseingang mit genutzt. Außer aus Richtung Arnsgrün verkehren von den Großparkplätzen Pendelbusse zum Festgelände. Das Parken auf diesen Flächen kostet (wie viel, steht derzeit noch nicht fest), im Ticket ist die Pendelbus-Nutzung eingeschlossen. Für alle Veranstaltungen am Festwochenende wird kein Eintritt erhoben, betonen die Veranstalter.

Anreise: Landrat und Bürgermeister appellieren, dass möglichst viele Besucher mit dem Zug anreisen. Dafür wird die Strecke Zwotental-Adorf an dem Wochenende extra für den Linienverkehr aktiviert. Handicap: Die Bahnstrecke zwischen Oelsnitz und Adorf ist wegen der Unwetterschäden dicht - es gibt laut Landrat keine Aussage der Deutschen Bahn, ob sie in einem Monat wieder offen ist. Drei "Vreizeitbus"-Linien fahren Adorf am Wochenende an.

Besonderheit: Wegen des Festumzuges werden die Bundesstraßen 283 und 92 für eine Stunde komplett gesperrt. Der Tross muss daher zügig durch, am ersten Moderationspunkt Höhe Kreuzung B 283/B 92 (Gambrinus) werden die Bilder nur kurz vorgestellt. "Es gibt kein Tanzen und kein Singen auf der B 92. Ich denke, wir werden den Zug in zwei Stunden durchbringen", erklärt Gabriele Klug, als Teamleiterin Kultur und Sport im Landratsamt Cheforganisatorin des 19. Tages der Vogtländer.

Eine Absage des Großereignisses wegen des Unwetters am 24. Mai, das Adorf schwer traf, kam nicht in Frage. "Es gab da Anfragen, ja. Aber das stand für uns als Stadt nie zur Debatte", sagt Bürgermeister Schmidt. "Das Hochwasser hat uns ausgebremst, Nerven gekostet, viel, viel Arbeit auf den Tisch gebracht. Ich hatte mir vorgenommen, mich mehr um das Fest zu kümmern, bearbeite aber bis jetzt das Hochwasser. Das hatte ich mir anders vorgestellt", gibt der Rathaus-Chef zu. Der Landrat versuchte sich als Prophet: "Der Sommer hält durch, es ist schönes Wetter in Adorf, da bin ich überzeugt", gab sich Keil optimistisch.

Viel mehr als Umzug bietet das Festwochenende: Der vogtländische Nachmittag auf drei Bühnen (unterer Markt, an Turnvater-Jahn-Halle und Johanniskirche), am Sonntag viele Ausstellungen, mehrere Vereinsjubiläen, offenes Bahnbetriebswerk, Herbstwanderung, Pflanzenbörse sowie Hochseil- und Hochmast-Show der Gebrüder Weisheit.

Gut 100.000 Euro soll die große Sause kosten: Davon 36.000 Euro der Tag der Vogtländer, etwas mehr als 60.000 Euro der städtische Part. Der Kreis bekommt 5000 Euro fix vom Kulturraum, die Stadt hofft für die 725-Jahr-Feier auf 48.000 Euro Förderung aus dem Programm Leader.

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