Akten helfen beim Erinnern

Herbst '89 Aufklärung und Aufarbeitung von Stasi- und SED-Unrecht: Roland Jahn sieht dies auch künftig gesichert.

Auerbach.

"Als "Trophäen der friedlichen Revolution" hat Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR, diese Akten am Sonntag auf einer Veranstaltung in Auerbach bezeichnet. Der frühere Bürgerrechtler verteidigte den Ende September vom Bundestag beschlossenen Umzug der Akten in das Bundesarchiv. Diese Lösung sei kein Schlussstrich unter die Aufarbeitung der Akten, sondern schaffe zeitgemäße Möglichkeiten dazu, etwa für die Forschung und die Beschäftigung damit für kommende Generationen.

Jahn, der am Montag in Plauen an den Feierlichkeiten zu 30 Jahre Friedliche Revolution teilnimmt, war am Sonntag Gast einer öffentlichen Gesprächsrunde, die die Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas und die CDU Auerbach organisiert hatten. In dem als Kaffeetafel konzipierten Forum in den Räumen der Musikschule am Altmarkt war kaum ein Platz frei geblieben.

Hansjoachim Weiß aus Plauen drängte auf das Offenhalten der Außenstellen der Behörde in den ehemaligen Bezirken, um Bürgern weiter wohnortnah Zugang zu den Akten zu ermöglichen. Frieder Seidel aus Hammerbrücke wünschte sich eine Erweiterung der Aufgaben der Behörde um ein Archiv für Akten und Erinnerungen von Zeitzeugen der Opposition. Roland Jahn plädierte dafür, die Fixierung auf die Staatssicherheit zugunsten einer Erweiterung des Blicks auf die SED und ihre Herrschaft zu überdenken. Das schließe die Beschäftigung mit Opposition und Widerstand in der DDR ein. "Damit meine ich nicht nur die Bürgerbewegung 89/90, sondern auch den Volksaufstand vom Juni 53 oder die 1960er-Jahre. Denn die Vertreter dieser Generationen werden wir irgendwann nicht mehr fragen können",so Jahns Appell.

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