Alleinerziehender Papa gibt Job für seine drei Töchter auf - nun braucht er dringend ein neues Auto

Leser Helfen: Nico Günthel ist alleinerziehender Vater. Zwei seiner drei Töchter sind behindert. Leicht ist sein Leben nicht, trotzdem meistert er fast alle Hürden. Doch eine schafft er nicht alleine.

Auerbach/Reichenbach.

Wenn Mia lacht, lachen alle. Und wenn die Dreijährige auf die Frage "Wer ist hübsch?", die Arme nach oben wirft und laut "Ich!" ruft, lächelt jeder. Mias Fröhlichkeit steckt an. Dabei hat die kleine Reichenbacherin in ihrem kurzem Leben Schlimmes mitgemacht. Dass sie noch lebt, ist keine Selbstverständlichkeit. Leicht haben es Mia und ihre Familie nicht. Die Leser der "Freien Presse" können dafür sorgen, dass es zumindest ein klein wenig leichter wird.

"Im Januar wäre sie fast gestorben", sagt ihr Vater Nico Günthel, während er für seine Gäste Kaffee aufsetzt. Sechsmal wurde das behinderte Mädchen, das seit der Geburt an epileptischen Anfällen leidet, mittlerweile operiert. Wasserblasen drückten auf ihr Rückenmark. Beim zweiten Mal musste sie mit dem Hubschrauber ins Klinikum Leipzig transportiert werden, damit die Ärzte ihr Leben retten konnten.

Normal laufen wird Mia vermutlich nie können. Die Ärzte gehen davon aus, dass sie ab dem Becken abwärts weitgehend querschnittsgelähmt sein wird. "Vielleicht, wenn sie viel Glück hat, kann sie eines Tages ein paar wenige Schritte am Stück gehen", hofft ihr Vater und wirft einen Blick auf seine Jüngste, die gerade mit ihrem Rollstuhl schwungvoll Richtung Küchentisch rollt. Sie lacht. Der Spurt auf zwei Reifen fetzt offenbar.

Mias Freude entlockt ihrem Vater ein Lächeln. Der 35-Jährige hält seit Februar als Einzelkämpfer die Familie zusammen. Drei Töchter hat er - zwei davon sind behindert. Neben der kleinen Mia gibt es noch die zwölfjährige Lea, die geistig behindert ist und eine Förderschule besucht. Sie ist zwar recht selbstständig, aber nach dem Anziehen muss beispielsweise noch jemand einen Blick auf das Ergebnis werfen. Die Mittlere, die sechsjährige Michelle, ist kerngesund. Die beiden Großen sind meist ein Herz und eine Seele. So wie jetzt. Gemeinsam sitzen sie nebeneinander und blättern gemeinsam in einem Bilderbuch, während ihre jüngere Schwester austestet, was der Rollstuhl so hergibt.

Kraftfahrer Günthel arbeitet mittlerweile nicht mehr, um ganz für seine drei Töchter da sein zu können. Vom Kapitän der Landstraße zum Rund-um-die-Uhr-Hausmann - leicht ist ihm das nicht gefallen. "Ich hab immer gern gearbeitet und mein Chef stand trotz meiner vielen familiären Verpflichtungen immer hinter mir", sagt Günthel. "Aber es ging einfach nicht mehr."

Zeit zum Grübeln bleibt dabei kaum. Zum Beispiel darüber, warum zwei seiner drei Kindern behindert sind. Der Familienvater zuckt die Schultern. "Eine Erklärung hat zumindest niemand dafür", sagt er dazu, während er Mia in ihr Essstühlchen hebt. Erblich vorbelastet sind weder er noch die Mutter der drei Mädchen. Drogen oder Alkohol waren bei ihnen auch nicht im Spiel. Also denkt er nicht weiter darüber nach und managt lieber sein Dreimädelhaus. Das macht er weitgehend allein. Bis auf die Hilfe von Petra Zehe vom Kinderhospizdienst Nächstenliebe. Und natürlich lassen auch die Töchter ihren Papa nicht im Regen stehen und packen mit an. "Lea und Michelle helfen beim Tischdecken gern mit", berichtet Petra Zehe. Mia kann kaum mit Anpacken. Aber auch ihr fröhliches Lachen hilft.

Die größte Herausforderung für die Günthels sind Busfahrten oder Einkaufen. Immerhin wohnen sie im vierten Stock. Umzugspläne haben sich erst einmal zerschlagen. Der Vater muss Mias Rollstuhl jedes mal hoch und runter tragen. Zusammen mit den anderen Dingen, die man als Vater dreier Kinder immer dabei haben sollte. Busfahrten - oder einfach nur Spaziergänge - mit drei Kindern sind nie einfach. Vor allem, wenn eins davon im Rollstuhl sitzt.

"Ein Auto würde das Ganze erheblich vereinfachen", sagt der 35-Jährige. Aber die Familienkutsche ist seit einigen Monaten weg. Sie wäre auf keinen Fall mehr durch den Tüv gekommen. "Ich muss mit Mia regelmäßig zur Uniklinik in Leipzig", sagt Günthel. "Auch da wären wir mit einem Auto sehr viel flexibler. Eines, in das auch der Rollstuhl für Mia passt." So ein Auto, dies schätzen Fachleute, kostet um die 35.000 Euro. Die Leser der "Freien Presse" können den 35-Jährigen und seinen drei Mädels diesen sehnlichen Wunsch erfüllen. Damit der Vollblutkraftfahrer wieder das Steuer übernehmen kann. Und Mia noch mehr lacht.

Service: Wenn Sie helfen wollen, können Sie über den Verein "Leser helfen" spenden. IBAN: DE 4787 0962 140 22 44 22 44 0. Betreff: Spendenprojekt "Familie Günthel". 

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