Alternatives Altersdomizil: Senioren-WG macht Schule

Warum soll, was bei jungen Leuten angesagt ist, nicht auch im Alter funktionieren? Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft - das können Rentner jetzt auch in Auerbach ausprobieren.

Auerbach.

Keine drei Monate ist es her, dass in Werda die erste Senioren-Wohngemeinschaft in der Region Auerbach öffnete. "Diese Wohnform fürs Alter - angesiedelt zwischen betreutem Wohnen und Pflegeheim - wird Schule machen", prophezeite damals Karsten Pacholeck vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Erzgebirge, der die WG in der ehemaligen Sparkasse in Werda betreibt. Mit dem ASB Vogtland übernimmt der lokale Kreisverband das Konzept "Senioren-WG". Zusammen mit seinem Vermietungspartner will es der ASB im Zentrum von Auerbach erfolgreich umsetzen.

Entstanden ist die Senioren-WG "Göltzschtal" auf knapp 270 Quadratmetern Wohnfläche im 2. Obergeschoss das Hauses Goethestraße 1/ Ecke Göltzschtalstraße. "Die Räume der ehemaligen Chirurgischen Praxis Dr. Lohse standen fünf Jahre leer. Die Senioren-WG ist eine sinnvolle Nutzung mit Zukunft", sagt Andreas Herzog von der Grundstücks-- und Vermietergemeinschaft, die als Partner des ASB die Räumlichkeiten stellt und ausgebaut hat.

Um einen gemeinsamen Küchen- und Wohnbereich gliedern sich sechs moderne Zimmer (jeweils zwischen 16 und 21 Quadratmeter groß) mit so klangvollen Namen wie "Laurentiusblick", "Schlossblick" oder "Gartenzimmer". Dazu kommen Bäder und die zwei Zimmer für die Betreuer, die zusammen mit sechs bis acht Bewohnern in der WG leben. "Das Haus ist mit Treppenlift und Fahrstuhl barrierefrei. Die WG hat W-Lan, Kabel-TV und natürlich eine moderne Ausstattung", ist Herzog stolz auf das Geschaffene. Rund 80.000 Euro wurden investiert - nur für die Ausstattung ihrer Zimmer sorgen die Bewohner selbst.

Mit dem Einzug ins eigene Zimmer der WG wird es mit dem Zusammenleben ernst. Damit das möglichst konfliktfrei und nach den Wünschen der Bewohner abläuft, muss dieses Zusammenleben gemeinschaftlich geregelt werden. "Reinigungsplan, Wäschewaschen, Speiseplan - was in einer WG eben so anfällt. Aber wir geben dabei organisatorisch Hilfestellung", sagt ASB-Geschäftsführerin Diana Mattes. Auch in Sachen Pflege sieht sich der WG-Betreiber ASB als Partner.

Bei der 24-Stunden-Betreuung setzen die Auerbacher wie ihr Partnerverband aus dem Erzgebirge auf Fachkräfte, die eine Agentur aus Polen vermittelt. Die Betreuer leben mit in der WG und geben Hilfestellung beim gemeinsamen Kochen, Einkaufen oder anderen Hauswirtschaftsdiensten.

Dass die WG ihre künftigen Bewohner findet - daran haben weder Mattes noch Herzog Zweifel. "So ein Leben in der Gemeinschaft, aber dennoch mit Rückzugsmöglichkeit in die eigenen vier Wände ist gefragt. Die WG ermöglicht alten Menschen, für die das Pflegeheim nicht infrage kommt, ein selbstbestimmtes Leben und dennoch Betreuung nach Bedarf", sagt die ASB-Geschäftsführerin, deren Kreisverband auch andere Wohnformen anbietet. Andreas Herzog sieht vor allem die zentrale Lage als Pluspunkt der neuen WG: "Das Stadtzentrum mit all seinen Angeboten und Einrichtungen vor der Haustür, ebenso die Bushaltestelle. Hier lebt man auch als Senior noch mittendrin."

Tag der offenen Tür in der Senioren-Wohngemeinschaft "Göltzschtal" in Auerbach, Goethestraße 1, am Sonnabend, 18. Januar, von 13 bis 16 Uhr. Kontakt über den Arbeiter-Samariter-Bund, KV Vogtland, Telefon 03744 2123-76 und-93.

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