Altes Bauerngehöft wird zum Traumhaus umgestaltet

Ein Projekt aus Rothenkirchen hat einen Fotowettbewerb der Sparkasse gewonnen. Der junge Vater, der mit seiner Familie hier wohnt, ist aus dem Westen ins Vogtland heimgekehrt.

Rothenkirchen.

Im Sommer sind Patrick Lindner (33) und Katharina Patzig (31) mit dem einjährigen Töchterchen Charlotte eingezogen ins ehemalige Bauerngehöft am Kirchsteig, das in Rothenkirchen als Wendlers Gut bekannt ist. Drei Jahre hatte der Umbau des betagten Gemäuers zu dem "Traumhaus" gedauert, als das es jetzt bei einem Fotowettbewerb der Ostdeutschen Landesbausparkasse und der Sparkasse Vogtland ausgezeichnet wurde. "Wir waren überrascht, andere Projekte im Vogtland hätten das doch auch verdient", meint Patrick Lindner.

Den Umbau hat er gemeinsam mit seinem Vater Volker (53) gestemmt - der ist Bauingenieur, Patrick hat Architektur studiert und entwickelt als Diplom-Ingenieur Projekte für Supermärkte. Viele Jahre war er im Ruhrgebiet und Saarland unterwegs, irgendwann wollte er heim ins Vogtland. Dicht am Elternhaus stand das Wendlers Gut zum Verkauf, und Patricks Eltern hofften auf die Chance, eines Tages Enkelkinder gleich nebenan aufwachsen zu sehen. Tatsächlich gründete ihr Sohn noch während des Umbaus eine Familie, die zunächst im Elternhaus einzog.

Der Zustand des Gebäudes erwies sich als wesentlich schlimmer als zunächst erwartet. Hinter neuen Trockenbauwänden war das Fachwerk teils komplett verfault, die Fußböden waren ebenso wenig zu retten wie das Dach. Die Kosten seien "etwas davongelaufen", sagt Volker Lindner, der als Bauherr fungierte. Doch auf einen soliden Balken schrieben die Lindners die Devise "Keine Kompromisse!". Das marode Gehöft wurde mit Unterstützung von "guten, ortsansässigen Handwerkern" und vielen Freunden zu einem großzügigen, lichten Wohnhaus umgebaut, das keine Wünsche offenlässt. Dabei legten die Lindners auch ohne Denkmalschutz-Auflagen größten Wert darauf, so viel wie möglich alte Substanz zu bewahren. Ein Teil des historischen Dachstuhls ist nun in der Galerie zu sehen. Auch im Wohn- und Esszimmer steht das teils vom Holzwurm gezeichnete Gebälk nach wie vor, es wurde sandgestrahlt und mit Bienenwachs lasiert. Der Lehm aus den alten Wänden wurde laut Volker Lindner von einem Fachmann komplett wieder in diese eingebaut: "Lehm ist ja ein gesunder, ökologischer Baustoff." Überhaupt habe man höchsten Wert auf eine energetische Sanierung gelegt. Geheizt wird mit einer Gas-Brennwerttherme, die gesamte Technik ist im benachbarten ehemaligen Pferdestall untergebracht. Angefallenes Uralt-Holz wurde zu Türen verarbeitet. Im Erdgeschoss ist eine barrierefreie Ferienwohnung entstanden. Außenputz und die Gestaltung des Außengeländes kommen im nächsten Jahr an die Reihe.

Für Volker Lindner ist die Wiederbelebung des alten Gehöfts sein ganz persönlicher Beitrag, etwas fürs Vogtland zu tun. "Junge, gut ausgebildete Menschen hier zu halten - das ist es doch, worauf es ankommt." Gerade die Gemeinde Steinberg biete mit ihrer Infrastruktur und den ortsansässigen Firmen dafür gute Voraussetzungen. "Ob Kita, Schule, Bäcker, Fleischer, Sparkasse oder Supermarkt - alles ist gleich nebenan. Und das ist längst nicht selbstverständlich."

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