Am 9. November Festabend in Plauen

Plauen und Hof feiern das 30. Jubiläum der Grenzöffnung gemeinsam im Vogtland-Theater. Warum das Datum diese Städte besonders berührt.

Plauen/Hof.

Zu verdanken sei die seit 1987 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Plauen und Hof dem früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß. Darauf verwies Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) kürzlich während eines Pressegespräches zum Jubiläum der Grenzöffnung.

Der Tag jährt sich am 9. November zum 30. Mal. Und der in vieler Hinsicht schwergewichtige CSU-Politiker Strauß, berichtete Oberdorfer, hatte einem Milliarden-Kredit, den die BRD der DDR gewährte, nur unter einer Bedingung zugestimmt: dass die beiden rund 30 Kilometer entfernten Orte eine Städte-Ehe schließen. Die Nähe war das Novum, denn weit voneinander entfernte Partnerschaften, die gab es bereits.

Die Plauener und Hofer seien sich von jeher verbunden, so Oberdorfer, "deshalb berührt uns der 9. November besonders". Für den Jubiläumstag, ein Samstag, plant man einen großen gemeinsamen Festabend im Vogtland-Theater. Den Ort habe man bewusst gewählt, sagt Generalintendant Roland May, denn während der politischen Wende sei das Theaterprogramm unter Peter Radestock sehr mutig gewesen. Der Festakt findet in Kooperation mit dem Freistaat Sachsen statt. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat zugesagt, ebenso Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU) und Günther Beckstein, früherer bayerischer Ministerpräsident. Die Clara-Schumann-Philharmoniker Plauen-Zwickau musizieren ebenso wie das Symphonische Blasorchester Hof.

Außerdem ist ein moderiertes Zeitzeugengespräch vorgesehen. Mit dabei sind Steffen Kollwitz, der den Wahlbetrug '89 mit aufdeckte, Detlev Braun, der während der Demo am 7. Oktober filmte, Hofs Ex-Bürgermeister Dieter Döhla und Jens Hase, der in einem der Prager Botschaftszüge saß. Sie fuhren auf ihrem Weg nach Hof damals auch durch Plauen. "Das war ganz nah an unserem Grundstück in Oberjößnitz", erinnerte sich Oberdorfer. Er wäre übrigens nie auf die Idee gekommen, auszureisen, sagt er heute, obwohl viele seiner Verwandten in Süddeutschland gelebt hätten. "Ich wollte hier was verändern", so Oberdorfer. Er war zur Wende Ende 20.

Auch er habe niemals übersiedeln wollen, ergänzte Hofs Oberbürgermeister Harald Fichtner (CSU), obwohl Verwandte im Osten wohnten. Das Verhältnis der Städte Plauen und Hof sehen beide Kommunalpolitiker als ganz normal an. Sie würden kulturelle und gastronomische Angebote hier und dort nutzen. Klar, es existiere eine liebevolle Konkurrenz, doch das Netzwerk funktioniere. Als Beispiele wurden die Deutsch-Deutschen Filmtage, der Städtelauf und der Flughafen Hof-Plauen genannt.

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