Amali-Verein baut Berufsschule in Afrika

Mit 118.000 Euro betreibt der Hilfsverein aus Grünbach Entwicklungshilfe in Uganda. Mehrmals im Jahr sind Vereinsmitglieder vor Ort und kontrollieren den Fortgang der Bauarbeiten.

Grünbach.

Ein halbes Jahr nach der Bewilligung von Fördergeld haben sich sechs Mitglieder des Amali-Vereins ein Bild von dessen Verwendung bei Bauarbeiten in Uganda gemacht. In dem ostafrikanischen Land unterstützt der vogtländische Hilfsverein Entwicklungshilfe-Projekte im Dorf Kitokolo.

"Unser aktuelles Projekt ist die Erweiterung der Berufsschule durch den Bau von fünf Klassenzimmern und von Wohnungen für Lehrer, einschließlich Verbesserung der Wasserversorgung und Sanitäranlagen, sowie der Aufbau einer Maismühle", berichtet Heidi Schettler von Amali. Rund 118.000 Euro stehen dafür zur Verfügung, drei Viertel der Summe kommen vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, knapp 30.000 Euro steuert Amali bei. Geld, das die 45 Amali-Mitglieder selbst spenden oder einwerben, beispielsweise bei Vorträgen, in denen sie über ihre Hilfsprojekte informieren.

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Mit dem Geld werden Baustoffe und Firmen in Uganda bezahlt. Das sei für die ordnungsgemäße Abrechnung nicht immer einfach, räumt Heidi Schettler ein, die in Grünbach ein Planungsbüro führt. Doch die Vereinsmitglieder und ihre örtlichen Partner haben das schon einmal bewältigt: Beim Abrechnen der Fördermittel für den Bau einer Grundschule in Kitokolo gab es keine Beanstandungen, sagt sie.

Zusammen mit fünf anderen Vereinsmitgliedern hat die Grünbacherin im Februar für zwei Wochen das Dorf besucht. Die Berufsschule, an der zurzeit um die 120 junge Ugander als Maurer, Mechaniker oder Näherin ausgebildet werden, wird bald Platz für 200 junge Leute bieten. Zudem soll die Ausbildung auf den Landwirtschaftsbereich ausgeweitet werden. "Dann wollen wir auch Erwachsene weiterbilden. Den Bauern könnte vermittelt werden, wie sie ihre Erträge steigern oder ihre Produkte besser vermarkten können", blickt Heidi Schettler voraus. Auch die neue Maismühle soll dabei helfen: Die Menschen müssten für das Mahlen von Getreide keine langen Tagesmärsche unternehmen und die Schule hätte durch die Einnahmen eine zusätzliche Finanzierungsquelle.

Doch der Schlüssel zum Erfolg der Entwicklungshilfe sind schulische und Berufsausbildung, sagt Schettler: "Nur so lässt sich die Landflucht stoppen. In den große Städten mit ihren Slums sind viele Menschen ohne Perspektive, das werden vielleicht die nächsten Flüchtlinge", beschreibt Heidi Schettler eine Intention für den Einsatz der Amali-Helfer.

"Derzeit stehen die neuen Gebäude im Rohbau, der Ausbau hat begonnen", berichtet Heidi Schettler von der Inspektionstour im Februar. Im Sommer werden erneut Vereinsmitglieder nach Uganda reisen, um die Abrechnung zu erledigen und alles zu kontrollieren.

Begonnen hat das Engagement des vogtländischen Hilfsvereins Amali in Uganda 2005. Zunächst mit der Patenschaft über 20 Waisenkinder - um "Kindern und Jugendlichen Hoffnung zu geben und ein Zeichen der Nächstenliebe zu setzen, wie es der Verein formuliert. "Inzwischen gibt es 170 Patenschaften", berichtet Schettler. Dazu kommt weitere Hilfe für die Bewohner der Region Kitokolo. Die reichen vom Kauf von Saatgut bis zu Investitionen in Brunnenbau und Solarstromerzeugung sowie die Krankenstation. Oder wie beim jüngsten Besuch: Amali-Mitglieder gaben Hygienekurse und verteilten Entwurmungsmittel an 1000 Kinder.

Die Projekte in Uganda stellt Heidi Schettler vom Hilfsverein Amali am 20. März in Ellefeld vor. Der Informationsabend im Feuerwehrgerätehaus, Gewerbering 8, beginnt 18 Uhr. http://amali-ev.de

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