Anstelle vom "Grünen Baum" wächst Bowlingbahn mit Bistro

Gastronomie in Rebesgrün? Seit Jahren ist die Auerbacher Ortschaft ohne. Ein Schreiersgrüner arbeitet daran, das Defizit zu beseitigen. Allerdings: Bis die erste Kugel rollt, ist noch Geduld gefragt.

Rebesgrün/Auerbach.

Die ersten Reservierungen hätte René Lindener längst entgegennehmen können. "Für Schulanfang 2020 gab's schon Anfragen. Und ganz Neugierige wollen schon mal genau wissen, wann es losgeht", berichtet er. Doch der 55-Jährige aus Schreiersgrün hält den Ball flach, will keine falschen Versprechungen machen. "Irgendwann im nächsten Jahr, in der zweiten Jahreshälfte, wird es soweit sein", gibt der Bauherr und Betreiber des Bistros mit Bowlingbahn Auskunft.

Seit anderthalb Jahren nimmt der Neubau an der Hauptstraße Gestalt an. Wo früher der über Rebesgrün hinaus bekannte Gasthof "Grüner Baum" zu Einkehr und Tanz einlud, nach jahrelangem Leerstand bis zum Abriss 2001 verfiel, will der Fuhrunternehmer ein neues Kapitel in Sachen Freizeitgestaltung und Gastronomie für Rebesgrün aufschlagen. "Der Standort ist ideal", findet Lindner: Zentrale Lage an der Hauptstraße, ausreichend Parkplätze und ein Standort, mit dem die Leute durch den "Grünen Baum" noch etwas verbinden, zählt er auf.

Dazu kommt: Abgesehen von Vereinslokalen bietet Rebesgrün in puncto Gastronomie viel Entwicklungspotenzial. "Ein Platz für Familienfeiern, mal abends ein Bier trinken gehen oder sich mit Freunden verabreden - wo geht das denn hier?" fragt der Schreiersgrüner. Mit Bowlingbahn und Bistro will er neben der eigenen Altersgruppe auch jüngere Leute gewinnen. "Auch in Richtung Musikcafé kann ich mir was vorstellen. Aber das ist Zukunftsmusik", sagt René Lindner beim Termin auf der Baustelle.

Denn noch lässt der Bau allenfalls erahnen, was er einmal beherbergen wird. Weil Linder viel selbst macht, geht es nur in kleinen Schritten voran. Aber für den Kfz-Schlosser, der später auf Heizungs- und Sanitär-Installateur umschulte, bevor er sich als Fuhrunternehmer selbstständig machte, passt dieses Tempo. So bleibe die Investition - "in etwa drei Einfamilienhäuser" - überschaubar, begründet er. Inzwischen ist das Gebäude winterfest, René Lindner kann sich in den kommenden Monaten an den Innenausbau machen. "Die beiden Bowlingbahnen baut natürlich eine Fachfirma ein", sagte der Bauherr, der Handwerker nur bei Bedarf hinzu zieht.

Aber so wird alles nach seinen Vorstellungen und denen seiner Familie, mit der er das Bistro betreiben will. "Das war schon immer mein Wunsch. Ich glaube, das kann ich auch im Alter noch machen. Zumal mein Frau entsprechende Erfahrungen mitbringt und mein Sohn gerade ein Duales Studium in diesem Bereich begonnen hat", vertraut René Lindner auch für die Zukunft auf die eigene Kraft. "Man muss was machen, ein Beispiel geben. Dann bleiben vielleicht auch mehr junge Leute hier", lautet seine Überlegung.

Bei Rebesgrüns Ortsvorsteher Stefan Fischer findet das Widerhall. "Was hier angeschoben wurde, wird ein Gewinn für Rebesgrün. So etwas fehlt unserem Dorf. Die Leute werden es annehmen", ist Fischer überzeugt. Und wie vielen im Ort kann es auch ihm nicht schnell genug gehen, bis René Lindner sein Bistro eröffnet: "Am liebsten hätte ich schon für die Weihnachtsfeier des Ortschaftsrates reserviert. Nun wird's vielleicht im nächsten Jahr."

Rene Lindner hält sich bedeckt - wie zum Namen, den die neue Gaststätte einmal tragen wird. "Den hab' ich natürlich schon. Aber der bleibt geheim bis zur Eröffnung - irgendwann im nächsten Jahr."

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