Auerbach: Die neue Frau für das Problem-Ressort

Feuerwehrzoff und Trinker in der Innenstadt: Anja Löffler-Seifert hat mit dem Ordnungsamt eine Bürde übernommen. Die Juristin ist Frank Bergers Nachfolgerin.

Auerbach.

Die Frau von außen, die einen neuen Arbeitsstil und frischen Wind ins Auerbacher Ressort Ordnung und Sicherheit bringt - das sei das Ziel, betont Stadtsprecher Hagen Hartwig, als er zum Vorstellungstermin mit der Neuen bittet.

Anja Löffler-Seifert hat ihren Vorgänger schon einige Wochen bei der Arbeit begleitet, seit Dezember hat sie das Zepter faktisch übernommen, auch wenn Frank Berger auf dem Papier noch bis Ende des Jahres in der Stadtverwaltung angestellt ist. Er verbringt gerade seine letzten offiziellen Urlaubstage.

Der 63-Jährige stand fast 30 Jahre im kommunalen Dienst - von 1990 bis zur Eingemeindung Schnarrtannes als dessen Bürgermeister, danach als Geschäftsführer des früheren Abwasserzweckverbandes, später als Rechnungsprüfer und schließlich seit 2003 als Ordnungsamtsleiter in der Auerbacher Verwaltung. Zudem war er ausgebildeter Standesbeamter.

Zuletzt gab es in Bergers Ressort einen Problemstau. Primär als sich im Sommer die Beschwerden über Saufgelage rund um den Neumarkt häuften und der Stadt deshalb Untätigkeit vorgeworfen wurde, fiel öfters der Satz, dass alle Hoffnung auf der künftigen Ressortleitung läge.

"Es ist nicht immer alles rechtlich machbar", sagt die neue Amtsleiterin, Juristin, dazu. Dennoch hatte der Stadtrat nach den Vorwürfen eine Verordnung auf den Weg gebracht, die im kommenden Sommerhalbjahr Alkoholverbote für bestimmte Areale vorsieht. Das ist umstritten, weil Erfahrungen andernorts - so in Plauen - zeigen, dass das Problem verlagert wird. Zudem fällt und steht die Durchsetzung auch mit dem vorhandenen Personal.

Anja Löffler-Seifert steht im Außendienst eine Gemeindevollzugsbedienstete, sprich Politesse, zur Verfügung. Unterstützt wird diese von zwei Bürgerpolizisten. Deshalb ist das Ordnungsamt auch auf Hinweise von Bürgern angewiesen. Die 44-Jährige betont, immer ein offenes Ohr haben zu wollen. Sie weiß aber auch, dass mutig sein muss, wer einen Delinquenten anzeigen will. Denn dann müsse man auch als Zeuge auftreten.

Weniger aussagekräftig ist die Treuenerin im Moment noch mit Blick auf das zweite Problem, das ihr Ressort betrifft: den Feuerwehr-Zoff. Jahrelanges Kompetenz-Gerangel auf Führungsebene, vor allem zwischen Gemeindewehrleiter, Auerbacher Stadtwehrleitung und hauptamtlichem Gerätewart, führten im Sommer dazu, dass der Oberbürgermeister die gesamte Gemeindewehrleitung außer Dienst gestellt hat. Ob das mit der gültigen Feuerwehrsatzung vereinbar ist, ist ungeklärt. Ein Politikum - auch deshalb, weil dem OB schon mehrmals Rechtsbruch in diesem Zusammenhang vorgeworfen wurde.

Sie sei noch dabei, sich in diese Sache einzulesen, sagt Anja Löffler-Seifert. Sie räumt ein, dass die Fronten verhärtet sind. "Aber vielleicht habe ich da gerade als Frau eine Chance", hofft sie. Die derzeit laufende externe Analyse zur Feuerwehrstruktur in Auerbach solle im Januar öffentlich vorgestellt werden, erklärt sie weiter. Außerdem könnte es demnächst auch neue Gesetzesvorgaben auf Landesebene mit Bezug zum Thema geben.

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