Auerbach: Rat bestellt HLF 20 für Feuerwehr

Laut einem Gutachten hat die Stadt damit ein Fahrzeug zu viel

Auerbach.

Die Stadt Auerbach beteiligt sich an einer Sammelbestellung für ein Hilfeleistungsgruppenfahrzeug HLF 20. Das hat der Stadtrat beschlossen. Die Kosten betragen rund 400.000 Euro, der Eigenanteil für die Kommune etwa 70.000 Euro.

Im Vorfeld der Abstimmung wurde hart diskutiert - darüber, ob die Anschaffung notwendig sei und über den Sinn von bezahlten Gutachten, deren Empfehlungen nicht eingehalten würden. Mit letzterem Argument stellte sich AfD-Stadtrat Jens Bunzel offen gegen den Beschluss. Am Ende gab es zwei Nein-Stimmen und eine Enthaltung.

Fahrzeuge im Wert von fast einer Million Euro wurden mit dem aktuellen innerhalb von eineinhalb Jahren in Auerbach bestellt: im Juni 2018 ein Vorausrüstwagen für 120.000 Euro, für den es keine Förderung gibt. Und innerhalb von zwei Monaten aktuell erst ein XXL-Tanklöschfahrzeug für 410.000 Euro und nun jenes HLF für fast die gleiche Summe zusätzlich.

Zum ersten Mal hochgekocht waren die Diskussionen um die Ausstattung der Feuerwehr in Auerbach mit der Anschaffung des Vorausrüstwagens 2018. Der Landkreis verwehrte damals die Förderung, weil der Kreisbrandmeister den Kauf "als nicht zielführend" eingestuft hatte. Auch innerhalb der Auerbacher Wehren gab es viele Stimmen, die ein kombiniertes Fahrzeug, wie das nun doch bestellte HLF 20, für die bessere Variante hielten. Um künftig mehr Klarheit bei Anschaffungen zu haben, ließ die Stadtverwaltung vor einem Jahr ein Fachgutachten anfertigen - um am Ende aber doch anders zu entscheiden.

Das jedenfalls wirft AfD-Mann Bunzel dem Oberbürgermeister vor. "Wir machen Gutachten, richten uns aber nicht danach", sagte er zu Manfred Deckert (parteilos). "Damit verschwenden Sie Steuergelder und demonstrieren, dass Sie keinen Plan haben", so sein Urteil.

Tatsächlich hat die Auerbacher Feuerwehr, wenn alle Fahrzeuge geliefert sind, eins zu viel im Depot stehen: den Vorausrüstwagen. Dem Gutachten folgend, hätte das HLF 20 deshalb nicht bestellt werden dürfen und stattdessen die im Vorausrüstwagen noch fehlenden Komponenten separat nachgeordert werden. Angesichts hoher Förderquoten wollte das Gros der Entscheider aber nicht verzichten.

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