Auerbacher Stadträte wollen Werbetafel-Bau beschränken

An der Bundesstraße im Zentrum sollen zwei große LED-Wände entstehen. Die Stadtverwaltung befürwortet das aus finanziellen Gründen. Der Technische Ausschuss hat vorerst die Bremse eingelegt.

Auerbach.

Werbeträger mit Plakaten aus Papier - das war gestern. Die Zukunft des Kaufgelüsteweckens ist digital und kommt als Riesen-Bildschirm daher. Im Auerbacher Bauamt liegen aktuell zwei Anträge zur Errichtung von LED-Werbetafeln vor, die in unmittelbarer Nähe zueinander an der Kreuzung B 169/Plauensche Straße geplant sind.

Dem Technischen Ausschuss war das am Montag zu viel. Per Antrag wurden die Beschlussvorlagen von der Tagesordnung genommen. Man wolle sich Zeit verschaffen, um den Handlungsspielraum zu prüfen. In einem Fall wollen die Abgeordneten den Bau möglichst ganz untersagen, im zweiten einschränken.


Ob die Räte damit Erfolg haben werden, ist offen. Bauamtsleiter Patrick Zschiesche gab zu bedenken: Aus baurechtlicher Sicht gebe es keine Ablehnungsgründe. Bei der Prüfung sei auch die Verkehrsbehörde mit einbezogen worden. Und dass die zwei Anträge zeitgleich auf dem Tisch landeten, sei Zufall.

Den ersten Antrag hat laut Zschiesche Möbel Seidel gestellt. Das lokal ansässige Einrichtungshaus will an der Ecke Plauensche Straße/Talstraße seine bisherige analoge Werbetafel durch einen LED-Bildschirm auf Monofuß ersetzen. Für die Stadträte grundsätzlich der unproblematischere Fall, da hier so etwas wie Bestandsschutz gelten sollte. Mit den Ausmaßen der gesamten Anlage war man wiederum nicht einverstanden: fünf Meter hoch, etwa ebenso breit und fast einen Meter tief. Die Frage, die sich daraus unisono ergab: Gibt es diese Tafeln auch eine Nummer kleiner? Weil dazu keine Kenntnisse vorlagen, soll das geprüft und eventuell vorgeschlagen werden.

Den zweite Bauantrag hat die Zwickauer Agentur Comedia Concept gestellt. Demnach soll nur wenige Meter weiter, auf der anderen Seite der Plauenschen Straße, an der B 169 noch eine LED-Wand auf Monofuß entstehen. Der Unterschied zur Seidel-Variante: Hier entsteht eine komplett neue Werbetafel.

Für die Stadträte der entscheidende Ansatz, um hier eventuell Nein zu sagen. In beiden Fällen würden die Tafeln auf kommunalem Grund entstehen, die Stadt die Flächen also verpachten. Hier liege der Hebel, hieß es.

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist das Problem diffiziler. Zwar räumten Oberbürgermeister Manfred Deckert (parteilos) und Bauamtsleiter Patrick Zschiesche städteplanerische Bedenken bezüglich Häufung und Dimension ein, verwiesen aber neben der fehlenden baurechtlichen Grundlage auf einen weiteren Punkt, der gegen eine Ablehnung spreche: Beim zweiten Antragsteller handele es sich um einen langjährigen Pachtvertragspartner der Stadt. Auf der geplanten Tafel von Comedia Concept solle zudem ein neues Regionalverbundkonzept laufen. Nebst kommerzieller Werbung beinhaltet das beispielsweise die Verbreitung von kommunalen Veranstaltungsterminen im ganzen Vogtland. Darauf will man im Rathaus ungern verzichten.

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