Auerbacher Wohnbau baut weiter Schulden ab

Der kommunale Großvermieter hat in 15 Jahren seien Schuldenberg von 70 auf 40 Millionen reduziert. Die Nettomiete bleibt weiter unter dem sächsischen Durchschnitt.

Auerbach.

Auf rund 42 Millionen Euro werden die Bankverbindlichkeiten im aktuellen Jahresbericht der Auerbacher Wohnbau GmbH (Awo) von 2018 beziffert. Das sei ein großer Erfolg, sagte Oberbürgermeister Manfred Deckert (parteilos), als das geprüfte Bilanz-Papier jüngst im Stadtrat zur Debatte stand. Der Awo-Aufsichtsratsvorsitzende Deckert erinnerte daran, dass die kommunale Gesellschaft vor 15 Jahren vor dem Kollaps gestanden und der Schuldenberg damals über 70 Millionen Euro betragen habe. Die Stadträte nahmen dies wohlwollend zur Kenntnis. Oliver Horn (CDU) sprach vom "Licht am Tunnelende", Fraktionskollege Joachim Otto stellte fest, dass man nun wieder eine handlungsfähige Awo habe, die stadtentwicklungstechnisch ein starker Faktor sei.

Passend zu dieser Einschätzung fällt das Jahresergebnis 2018 mit einer knappen halben Million Euro positiv aus. Für 2019 wird ähnliches erwartet. Der Jahresumsatz liegt bei 7,7 Millionen Euro.

Ende 2018 unterhielt die Awo laut Bericht 1834 Wohnungs- und 111 Gewerbeeinheiten mit einer Nutzfläche von insgesamt rund 122.000 Quadratmetern. Während die Fläche gegenüber 2017 gleich blieb, hat sich die Zahl der Einheiten nach Grundrissanpassungen um zehn reduziert.

Um- und Rückbaumaßnahmen sind ein Hauptfaktor für Leerstand. Insgesamt betrug dieser im vergangenen Jahr 8.4 Prozent. An der Stelle verfehlte die kommunale Gesellschaft das im Sanierungskonzept vorgeschriebene Ziel um 0,4 Prozentpunkte.

Die Durchschnittliche Nettokaltmiete bei der Awo betrug im vergangenen Jahr 4,12 Euro pro Quadratmeter und damit einen Euro weniger als der sachsenweite Durchschnitt bei den kommunalen Wohnungsunternehmen. Auch bei der Leerstandsquote steht die Auerbacher Gesellschaft im Vergleich zum sachsenweiten Schnitt gut da. Diese beträgt 10,3 Prozent. Differenzierter werden die Unterschiede im Vergleich der Metropolen zum ländlichen Raum. Während in Dresden, Leipzig und Chemnitz nur etwa jede 20. Wohnung leersteht, ist es in der Provinz jede sechste bis siebente. Diese Zahlen stammen laut Bericht von der Sächsischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, die etwa 130 Wohnungsunternehmen vertritt, die zusammen fast ein Viertel des Mietwohnungsbestandes in Sachsen bewirtschaften.

Unterm Strich stimmten die Stadträte der Entlastung von Awo Geschäftsführerin Dagmar Blechschmidt zu. SPD-Rat Friedrich Fuchs und Linken-Rat Volker Mieth erinnerten in dem Zusammenhang daran, wie wichtig auch kommunale Investitionen in die Infrastruktur des Auerbacher Neubaugebietes seien, um die Attraktivität der Wohnungen auch so zu steigern.

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