Auf Kriegsfuß mit Sprengköpfen und Schnulli

Kabarettist Matthias Machwerk gab in Auerbach das Rumpelstilzchen. Nicht nur Frauen bekamen dabei ihr Fett weg.

Auerbach.

"Ach wie gut, dass niemand weiß. Die Leute kaufen allen Scheiß". Rumpelstilzchen, alias Matthias Machwerk, hüpfte mit schier unbändiger Freude auf der Bühne der Nicolaikirche Auerbach herum. Der Kabarettist aus Dresden trat dort Freitagabend mit seinem Programm "Mach dich frei, wir müssen reden" auf.

Doch worüber wollte er reden? Das Publikum im ausverkauften Haus erfuhr es gleich zu Beginn seines Auftritts. Es saß auf neuen Stuhlkissen. Das war seine erste Botschaft. Ob das etwas mit seinem Motto "Zwischen Freiheit und Sicherheit" zu tun hat, musste jeder Gast selbst entscheiden. Frei sein! Was ist das? "Ist man in der Ehe frei oder sicher? Dazu haben wohl Männer und Frauen unterschiedliche Meinungen", konstatierte er. Damit kassierte er die ersten Lacher aus dem Publikum.


Dann ging er den Frauen an den Kragen, beziehungsweise ihren Vorlieben, zum Beispiel den Schnick-Schnack-Schnulli in ihren Wohnungen, den die Welt nicht braucht. Als Rumpelstilzchen sollte er eigentlich Gold spinnen. Stattdessen zitierte er eine Ehefrau, die ihren Mann fragte: "Liebling, denkst du nicht auch, dass zu meinem neuen Kleid ein Brillant gut passen würde"? Frauen reden viel, meint der Mann. "Aber wir Männer verstehen sie nicht immer", gesteht Machwerk. In Sachen Mode sei der Mensch auch nicht frei, wenn ihr alle wie Lemminge folgen. Auch nicht mit rosa Rüschenhemd oder lila Jogginghosen. Zu zeitig angezogen sei man nicht in, zu spät, sei man out, schilderte der Dresdener das Dilemma.

Auf Kriegsfuß steht Machwerk auch mit technischen Geräten. "Sie machen nicht frei, sondern abhängig. Überall lauern Gefahren, beispielsweise, wenn uns das Navi in einen Fluss fährt". Und im Internet gebe es überall Verschwörungstheorien. Alle "Hirnamputierten Sprengköpfe" laden dort ihren Müll ab. Man könne sich verstecken, vernetzen, täuschen und ohne Rechtschreibkenntnisse schreiben. Selbst Fernsehen mache dümmer. Die Bildschirme werden ja immer flacher. Deswegen seien Tiersendungen gefragt, weil Tiere nicht sprechen können. Mit dem Lied "Sie zocken ab, sie zocken ab", nahm sich der freiheitsbewusste Sänger Polizisten, Politessen und Blitzer vor. Den Kraftfahrern zocken sie jährlich 40 Millionen Euro ab - für die Verkehrssicherheit. Ein Polizist im Ruhestand, der unter den Gästen saß, sah es gelassen: "Ich mag Kabarett,"

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