Ausstellung thematisiert Mühlen am Geigenbach

Sie fielen Anfang des 20. Jahrhunderts dem Bau der Talsperre zum Opfer. Nun wird in der Werdaer Heimatstube an sie und andere Mühlen im Vogtland erinnert.

Werda.

Mit dem Bau der Talsperre Werda (1903-1909), die vom Geigenbach gespeist wird, sind die Häuser im Geigenbachtal verschwunden. Und auch die Mühlen, die seit dem 16. Jahrhundert dort ihre Arbeit verrichteten, mussten weichen. Die Werdaer Heimatfreunde und ihr Leiter Roland Ehrlich haben zusammengetragen, was von ihnen noch übrig war. Zu sehen sind diese Zeitzeugen am Sonntag einen Tag lang in einer Ausstellung in der Heimatstube Werda.

Bei Siehdichfür stand einst die Schwarzmühle mit einem Säge-und Mahlwerk. Sie wurde 1905 abgerissen. Von ihr existiert nichts mehr. Aber aus der Chronik des Werdaer Arztes Hermann Heinel, die sich heute im Vogtlandmuseum Plauen befindet, konnte sich Ehrlich ein Bild von ihr machen. Er hat sie gemalt als ein stattliches Fachwerkhaus. Ebenfalls hat er die Geigenmühle auf Werdaer Flur dargestellt, die am 1. Februar 1900 abgebrannt ist. "Vermutlich war es Brandstiftung. Durch den bevorstehenden Talsperrenbau hat der Müller für seine Mühle keine Zukunft mehr gesehen. Überhaupt wurde damals dort viel gezündelt", hat Ehrlich gelesen. Das Versicherungswesen hatte sich etabliert. Zu sehen ist auf Ehrlichs Bild auch eine Eisenbahnbrücke über den Geigenbach, die nie gebaut wurde. Diese Pläne wurden wegen der Talsperre verworfen.


Ein weiteres Bild aus seiner Hand zeigt eine Windmühle am Rande von Werda, die schon 1860 stillgelegt wurde. Ein Müllerbursche war dort zu Tode gekommen. Der abergläubige "Geigenmüller" (alle Müller am Geigenbach wurden so genannt) verkaufte sie nach Theuma.

Einen idyllischen Blick auf die Talsperre hat der Rodewischer Maler Walter Krauss mit seinem in den 1950/60iger-Jahren gemalten Bild eingefangen. Es befand sich in Privatbesitz und wurde der Heimatstube geschenkt. Von der Geigenbachtalsperre, wie sie bis zur Rekonstruktion 1982 genannt wurde, gibt es mehrere Darstellungen. Bemerkenswert sind die Motivstickereien von Arno Reinhard Jäckel, der 1899 in Werda eine Stickmaschine aufgestellt hatte. Die filigranen Deckchen werden in der Ausstellung gezeigt. Ebenso ein Originalmühlstein, Mehlsiebe und -säcke, Holzbottiche und -schaufeln.

Den kleinen Geschwistern der Wasser- und Windmühlen hat sich Ehrlichs Frau Edith gewidmet. Sie sammelt seit über zehn Jahren Kaffee- und Schrotmühlen. Zu sehen sind solche aus Holz, Metall und Bakelit, sowie Exemplare aus der Sammlung von Sven Schwämmlein. Die Mühlen aus dem Görnitzbachtal, die Thema der vorherigen Ausstellung waren, sind auch am Sonntag noch einmal zu sehen.

Service Geöffnet hat die Ausstellung in der Heimatstube am Sonntag, 14 bis 17.30 Uhr.

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