Bachs kurze Werke helfen beim Lernen

Ein Nikolauskonzert in doppelter Ausführung hat die Auerbacher Musikschule am Freitag in der Göltzschtalgalerie gegeben. Manche Musikschüler nutzen den Auftritt als Vorbereitung für eine Herausforderung.

Auerbach.

Es ist nicht ganz so alt wie das Stiefelfüllen, und trotzdem längst ein guter Brauch: Alle Jahre wieder gibt die Auerbacher Außenstelle der Musikschule Vogtland in der Göltzschtalgalerie Auerbach ein Nikolauskonzert. So auch am Freitag. Genau genommen sind es zwei. Denn der Spätnachmittag gehörte wie üblich den Jüngsten, der Abend den Älteren. Voll war das Kulturhaus gleich bei beiden Aufführungen.

Über 80 Akteure im Alter von vier bis 18 Jahren zeigten, was sie drauf haben - an Klavier, Flöte, Gitarre, Trompete und Streichinstrumenten. Zu Gehör kam eine Mischung aus weihnachtlich-besinnlichen, heiteren, klassischen und modernen Werken. Den Anfang machten zwei von Johann Sebastian Bach. An "Gloria in excelsis Deo" wagte sich Trompeter Julius Bach zusammen mit dem Streichorchester und seinem Lehrer Andreas Ebert. Die Polonaise aus der "Französischen Suite E-Dur Nr. 6" hatte sich Carolina Weil Helmbold für ihre Klavier-Präsentation ausgesucht. "Wir sind froh, dass Bach auch kleine Stücke geschrieben hat, die jüngere Musiker spielen können", erklärte Schuldirektor Andreas Häfer.

Seit mehr als zehn Jahren steht bei Auerbacher Musikschülern das Nikolauskonzert im Plan. "Wir wollen ihnen immer die Möglichkeit geben, Gelerntes in der Öffentlichkeit vorzustellen, vor Eltern und Freunden zu spielen", sagte Häfer. Auftrittserfahrung ließe sich im Unterricht freilich nicht sammeln. "Diese Erfahrung zu vermitteln, ist sehr wichtig." Sophie Günnel wählte für ihren Auftritt Rachel Portmans "Passage of Time" aus dem Kinohit "Chocolat". Filmmusik mag die Falkensteinerin ganz besonders. "Da kann man sich beim Spielen besser hineinversetzen", erzählte sie. "Ich finde aber auch klassische Stücke nicht schlecht. Weil die fürs Lernen sehr gut geeignet sind."

Seit neun Jahren spielt Sophie Günnel Klavier. Damals war sie Erstklässlerin. Eigentlich hatte es die Falkensteinerin auf Geige abgesehen. "Das ist aber doch nicht so meins", sagte sie. Mit ihrem älteren Bruder Julius kann Sophie fast ein kleines Orchester aufstellen: Er spielt Trompete. Auf musikalische Wettbewerbe hat sie es nicht abgesehen. Um sich die Leichtigkeit am Spielen zu erhalten.

Andere bereiten sich auf ihre nächste - oder erste - große Herausforderung vor. 30 junge Talente schickt die Musikschule Vogtland beim 57. Wettbewerb "Jugend musiziert" im nächsten Jahr ins Rennen. Am 19. Januar stellen sich die Kandidaten in Auerbach öffentlich vor. An den beiden darauf folgenden Wochenenden wird es richtig ernst: Dann unterziehen sie sich die Jugendlichen in Plauen, Markneukirchen und Zwickau den Blicken kritischer Juroren.

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