Bade-Sommer geht in die Verlängerung

An solche Hitzerekorde im September können sich selbst gestandene Schwimmmeister nicht erinnern. Viele Bäder nutzen den nachgeholten Hochsommer voll aus - andere haben längst zu.

Auerbach/Steinberg/Werda.

Seit 26 Jahren ist Ralf Voigtländer Schwimmmeister in Rebesgrün - doch derart hohe Temperaturen im September wie momentan hat er noch nicht erlebt: "Das hätten wir in den Ferien haben müssen." Das schöne Wetter will er mitnehmen, solange es geht: "Bis Freitag haben wir auf jeden Fall geöffnet, dann wird neu entschieden." Gestern hatte das Wasser im Waldsportbad eine Temperatur von 21 Grad. Am Wochenende kamen täglich rund 600 Besucher in die Einrichtung. Für Mitte September ein Spitzenwert, der Rekord für 2016 liegt in Rebesgrün allerdings bei 3000 Gästen am letzten August-Wochenende.

Zur Saison insgesamt hat Voigtländer noch keine Zahlen. An sich sei der Sommer gar nicht so schlecht gewesen, schätzt er ein. Allerdings habe man bisher immer nur für kurze Zeit Bade-Temperaturen gehabt, der ständige Wechsel habe die Gäste vergrault: "An vielen Tagen kamen nur 60, 70 Leute, manchmal sogar nur 30 oder 40." In Sachen Chemie hat Voigt nach eigenen Worten gut vorgesorgt: "Das würde problemlos noch 14 Tage reichen." Seine Besucher kommen teils aus dem Zwickauer Raum oder dem Erzgebirge: "Eine Kindergruppe aus Johanngeorgenstadt ist jedes Jahr hier." Seit zwei Wochen hat Voigtländers Einrichtung aber auch sehr viel Zuspruch aus Treuen und Umgebung, denn das Treuener Freibad hat schon am 1. September seine Pforten geschlossen.

Das Waldbad Brunn ist ebenfalls gut besucht: 22 Grad hat das Schwimmerbecken, 25 Grad der Nichtschwimmerbereich, auch im Planschbecken sind 24 Grad. "Bis Donnerstag ist planmäßig offen, bei geeignetem Wetter aber auch darüber hinaus", sagt Dominik Leidel. Auch er kann sich nicht an solche September-Temperaturen erinnern. "Das ist außergewöhnlich, damit werden wir für die bisherige Saison etwas entschädigt", meint er.

In Reumtengrün will der neue Schwimmmeister Christian Bauer das Freibad offen halten, so lange das Wetter schön bleibt: "Diese Woche auf jeden Fall." Derzeit liegt die Wassertemperatur nach seinen Angaben bei 22 Grad. Soeben hat Bauer eine neue Lieferung Bad-Chemie bekommen, ist also für alle Fälle gerüstet. Am Samstag wurden in Reumtengrün rund 100, am Sonntag 200 Besucher gezählt.

In der Gemeinde Steinberg gab es beim Bad-Betrieb unverhoffte Änderungen: Das Wildenauer Freibad ist seit gestern krankheitsbedingt geschlossen. Statt dessen hat das Wernesgrüner Bad bis auf weiteres geöffnet - eigentlich war die Saison dort am Sonntag beendet worden. "Voraussichtlich geht es bis zum Wochenende weiter", so Schwimmmeister Ronald Haller, der gerade frische Chemie herangeholt hat. "Dann soll es ja kühler werden." Auch der Imbiss in Wernesgrün verköstigt jetzt wieder die Bad-Besucher, nachdem er ebenfalls wegen Krankheit den Großteil des Sommers über geschlossen war. Die Wasertemperatur liegt im Bierdorf ebenfalls bei 22 Grad.

Das Kottengrüner Freibad ist seit gestern zu. "Das Chlor ist alle", begründet Schwimmmeister Frank Thoß. Da sein Bad auf Flüssig-Chlor ausgelegt ist, lohne sich ein kostspieliger Nachkauf nicht mehr: Im Gegensatz zu Granulat verliere das flüssige Chlor den Winter über einen Großteil seiner Kraft, weshalb eine Lagerung keinen Sinn mache. Immerhin gibt es für Badelustige in diesem Bereich noch eine Alternative: Das Freibad im benachbarten Tirpersdorf erwartet laut Thoß nach wie vor Badegäste - solange das Wetter mitspielt.

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